Blue card - provisorische Arbeitserlaubnis

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Die europäische Blue card ist eine spezielle Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für hochqualifiziertes Personal aus Nicht-EU-Staaten. Diese wird nicht anstatt sondern neben der bereits bestehenden Arbeits- und Beschäftigungserlaubnis „B“ für hoch qualifiziertes Personal eingeführt. Es handelt sich also um zwei parallel laufende Systeme, jedes mit seinen eigenen Merkmalen.

Bedingungen zum Erhalt der europäischen Blue card

Um für die europäische Blue card in Betracht zu kommen, muss der ausländische Arbeitnehmer:

  • eine hohe berufliche Qualifikation aufweisen, die durch ein Hochschuldiplom belegt ist (Mindeststudiendauer: 3 Jahre);
  • entweder einen unbefristeten Arbeitsvertrag oder einen Arbeitsvertrag für mindestens ein Jahr vorlegen;
  • den Beweis eines Bruttojahresgehaltes in Höhe von 53.971 EUR erbringen.

Vorteile

Die europäische Blue card bietet dem Arbeitnehmer zusätzliche Vorteile bezüglich der innereuropäischen Mobilität.
Bei Erhalt ist die Karte lediglich in dem Ausstellungsland gültig. Nach 18 Monaten erlaubt die Karte ihrem Inhaber sich während 3 Monaten mit seiner Familie frei im Schengener Raum zu bewegen. Auch hat der Inhaber der Blue card nach 18 Monaten die Möglichkeit in einem anderen EU-Land eine Arbeit anzunehmen. Er muss dazu natürlich entsprechend der Gesetzgebung dieses Landes eine neue Blue card beantragen.

Zur Erlangung des Statuts des Daueraufenthalts-EG benötigt ein Nicht-Eu-Bürger generell 5 Jahre legalen und ununterbrochenen Aufenthalt. Der Inhaber der Blue card kann zum Erlangen der obligatorischen 5 Jahre seine Aufenthalte mit Blue card in verschiedenen EU-Ländern kumulieren.

Gültigkeitsdauer, Verlängerung und Erneuerung

Die Gültigkeitsdauer der europäischen Blue card zählt 2 Perioden: eine erste von 13 Monaten, einmal erneuerbar, gefolgt von einer Periode von 3 Jahren.

Nach der ersten Periode von 13 Monaten muss die Karte erneuert werden. Dazu muss der Beweis erbracht werden, dass der Arbeitgeber eine neue provisorische Arbeitserlaubnis erhalten hat. Diese Erneuerung ist ebenfalls 13 Monate gültig.
Nach dieser 2. Periode wird die Karte für weitere 3 Jahre verlängert, wenn der Beweis erbracht ist, dass der Arbeitnehmer weiterhin unter den gleichen Bedingungen arbeitet. Nach 5 Jahren kann der Arbeitnehmer das Statut des Daueraufenthalts-EG beantragen.

Gemäß der EU-Richtlinie ist während den ersten beiden Jahren der Erteilung der Blue card vorgesehen, dass:

  • jeglicher Arbeitgeberwechsel vom Erhalt einer neuen provisorischen Arbeitserlaubnis abhängt;
  • die Erneuerung der Blue card von der Erteilung einer neuen provisorischen Arbeitserlaubnis an den Arbeitgeber abhängt;
  • der Arbeitgeber verpflichtet ist, sowohl bei Auflösung des Arbeitsvertrages als auch bei Abänderung der Beschäftigungsmodalitäten, die zuständigen regionalen Behörden zu informieren.

Antragsverfahren

Der belgische Arbeitgeber beantragt bei der für seinen Firmensitz zuständigen Behörde die provisorische Arbeitserlaubnis. Ein Arbeitgeber, dessen Firmensitz bzw. dessen Niederlassungseinheit sich in der Deutschsprachigen Gemeinschaft befindet, reicht den Antrag beim Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft ein. Insofern die Bedingungen erfüllt sind, stellt die zuständige Behörde dem Arbeitgeber die provisorische Arbeitserlaubnis zu und informiert das Ausländeramt. Der Arbeitgeber übermittelt dem ausländischen Arbeitnehmer eine Kopie der provisorischen Arbeitserlaubnis, die dieser benötigt um das Visum D bei der belgischen Botschaft in seinem Heimatland zu beantragen. Insofern die Akte komplett ist, stellt die Botschaft das Visum aus und der Arbeitnehmer kann nach Belgien einreisen und seine Arbeit aufnehmen. Er muss sich jedoch bei der Wohngemeinde anmelden. Die Blue card wird ihm dann von der Gemeinde ausgehändigt. Das ganze Verfahren sollte maximal 90 Tage in Anspruch nehmen.