Corona-Kontakt-Tracing der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Eine erfolgreiche Ausstiegsstrategie aus der aktuellen Ausgangssperre erfordert neue Maßnahmen. Der belgische Föderalstatt, die Regionen und die Deutschsprachige Gemeinschaft setzen daher auf das sogenannte „Kontakt-Tracing“. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft soll zu diesem ausschließlichen Zweck zeitweise eine Telefonzentrale eingerichtet werden. Diese hilft, die Infektionskette zu durchbrechen und das Risiko einer massiven Ausbreitung des Virus zu minimieren. Einige wenige Infizierte und auch potenziell Infizierte zu isolieren, kann die Rückkehr zur Isolation der gesamten Bevölkerung verhindern.

Das Verfahren des Kontakt-Tracing wird im Laufe der Zeit entsprechend der Entwicklung der Epidemie, den wissenschaftlichen Erkenntnissen, der Meinung von Experten und Fachgesellschaften und den verfügbaren Mitteln definiert und angepasst.

Was ist das Corona-Kontakt-Tracing?

Der englische Begriff „tracing“ bedeutet so viel wie „Rückverfolgung“ und beschreibt den Prozess, um Kontaktpersonen mit einer ansteckenden Krankheit zu ermitteln. Die Methode wurde bereits in der Vergangenheit weltweit erfolgreich angewendet, um Krankheiten wie Masern oder Meningitis einzudämmen.

Personen, die mit einem Corona-Infizierten in Kontakt waren, werden telefonisch über die zu treffenden Präventiv- oder Früherkennungsmaßnahmen informiert. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft übernimmt die neugeschaffene Telefonzentrale des Ministeriums diese Aufgabe.

Warum ist das Corona-Kontakt-Tracing wichtig?

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, muss die Zahl der Menschen, die von einer infizierten Person angesteckt werden, möglichst gering sein. Wenn jemand mit einem bestätigten Testergebnis als infiziert gemeldet wird, können alle Personen, die mit der infizierten Person Kontakt hatten, informiert werden. Wenn die Kontaktpersonen sich dann rechtzeitig isolieren und in Behandlung begeben, kann die Verbreitung des Virus eingedämmt und damit eine zweite Ansteckungswelle verhindert werden.

Zudem kann das Kontakt-Tracing die Lockerung der Corona-Maßnahmen beschleunigen. Nur wenn die Infektionen nach einer Lockerung nicht wieder ansteigen und das Gesundheitswesen nicht wieder überlastet wird, kann eine erneute Ausgangssperre vermieden werden.

Kontakt-Tracing ist neben dem Mindestabstand, dem vermehrten Testen und dem Einhalten der Hygieneregeln ein wichtiger Baustein, um die Wirtschaft und das öffentliche Leben wieder hochfahren zu können.

Was ist ein Kontakt mit niedrigem Risiko?

Eine Person hatte einen Kontakt mit niedrigem Risiko, wenn der Kontakt von kurzer Dauer war und mit großem Abstand stattgefunden hat (weniger als 15 Minuten mit mind. 1,5 Metern Abstand). Beispiele sind Kontakte im Supermarkt, ein kurzes Gespräch mit dem Nachbarn über dem Gartenzaun oder mit einem Kollegen, der im Büro weit entfernt sitzt. In diesem Fall ist eine Quarantäne nicht notwendig. Heimarbeit ist dennoch nach Möglichkeit vorzuziehen. Ist dies nicht möglich, sollten an der Arbeit der Mund und die Nase mit einer Schutzmaske bedeckt werden. Zudem sollten die grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen strikt befolgt werden:

  • Achten Sie innerhalb der nächsten 14 Tage verstärkt auf den Mindestabstand von 1,5 Metern.
  • Schränken Sie physische Kontakte so weit wie möglich ein.
  • Halten Sie sich strikt an die Hygienemaßnahmen.
  • Nutzen Sie eine Schutzmaske, wenn Sie das Haus verlassen.
  • Kontaktieren Sie Ihren Hausarzt, sobald Symptome wie Husten oder Fieber auftreten.

Was ist ein Hochrisikokontakt?

Eine Person gilt als Hochrisikokontakt, wenn sie lange in engem Kontakt zu einer infizierten Person stand (mehr als 15 Minuten mit weniger als 1,5 Metern Abstand). Dies betrifft beispielsweise unter Personen, die unter einem Dach wohnen, der direkte Büronachbar an der Arbeit, der Banknachbar in der Schule, ein Mitarbeiter des Gesundheistwesen etc. In diesem Fall muss der Hochrisikokontakt 14 Tage in die Quarantäne. Das Haus darf nur in notwendigen Fällen, wie zum Beispiel zum Einkaufen oder zum Besuch der Apotheke oder des Arztes, verlassen werden. Hierbei gilt die strikte Einhaltung der grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen.

Was passiert, wenn ich mit einer erkrankten Person unter einem Dach lebe?

Alle Personen, die mit einer infizierten Person unter einem Dach leben, müssen sich 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Auch wenn sie nicht krank sind, denn die Symptome könne sich innerhalb von 14 Tagen entwickeln. Das Haus darf nur mit Mundschutz für notwendige Erledigungen (Einkäufe, Arzt, Apotheke) verlassen werden.

Alle Personen, die mit einer infizierten Person unter einem Dach leben, sollten genau auf ihren Gesundheitszustand achten und zwei Mal täglich die Körpertemperatur messen.

Hygienetipps für den Erkrankten und die Mitbewohner:

  • Bedecken Sie Nase und Mund, wenn Sie husten oder niesen.
  • Desinfizieren Sie nach jedem Toilettengang die Toilette, insofern diese mit Ihren Mitbewohnern geteilt wird.
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und trocknen Sie sie mit einem nur für Sie bestimmten Handtuch. Vermeiden Sie es, Augen, Nase und Mund mit ungewaschenen Händen zu berühren.
  • Desinfizieren Sie die Oberflächen einmal täglich mit Wasser und Chlor (40 ml Chlor und 1 l Wasser)
  • Wenn möglich, nutzen Sie ein separates Schlafzimmer und Bad. Teilen Sie nicht ihr Geschirr mit Ihren Mitbewohnern und essen Sie allein.

Wie läuft das Telefon-Tracing ab?

Wenn der Hausarzt eine Coronavirus-Ansteckung vermutet, wird er einen PCR-Test durchführen. Sollte der Arzt einen starken Verdacht auf Covid-19 vermuten, wird das Testergebnis nicht abgewartet. Es wird so schnell wie möglich mit dem Kontakt-Tracing begonnen.

 

Positiver Test

Der Hausarzt entscheidet aufgrund der Symptome, ob ein Corona-Test notwendig ist. Im Falle eines positiven Testergebnisses werden die Laborergebnisse automatisch in die gesicherte föderale Datenbank des belgischen Wissenschaftsinstitutes Sciensano eingespeist. Der Hausarzt kann die Ergebnisse digital abrufen. Positive Ergebnisse werden zudem der Corona Kontakt-Tracing-Zentrale mitgeteilt mit dem Auftrag, das Tracing zu starten. Daher ist es möglich, dass die Kontaktzentrale dem Patienten das positive Testresultat mitteilt, denn:

  • Nicht jeder behandelnde Arzt arbeitet am Wochenende. Die Kontakt-Tracing-Zentrale arbeitet jedoch sieben Tage die Woche, um die infizierten Personen innerhalb von 24 Stunden nach Erhalt des positiven Testergebnisses zu erreichen. Nur so kann das Virus schnell eingedämmt werden.
  • Nicht jeder behandelnde Arzt findet morgens zuallererst die Zeit, alle Laborergebnisse zu überprüfen und diese telefonisch zu übermitteln. Die Kontakt-Tracing-Zentrale hat dies zur zentralen Aufgabe.

Eine Vorgehensweise zu Testergebnissen, die im Ausland erhoben wurden, wird zum jetzigen Zeitpunkt erarbeitet.

Der Hausarzt stellt seinem Patienten eine Quarantäne- oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus und verpflichtet ihn, sich in Selbstisolation zu begeben, bis das Testergebnis bekannt ist. Bei starkem Corona-Verdacht müssen sich Personen, die im gleichen Haushalt leben, ebenfalls unter Quarantäne stellen. In diesem Fall kann der Hausarzt für diese Personen gleichermaßen eine Quarantänebescheinigung ausstellen, auch wenn die betroffenen Personen (noch) keine Symptome aufweisen und arbeitsfähig sind. Bei einer Quarantänebescheinigung müssen die betroffenen Personen die Quarantänemaßnahmen einhalten, können jedoch Telearbeit leisten.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft kümmert sich darum, die Personen, die mit dem Infizierten in Kontakt standen, zu finden. Das Ermittlerteam erfragt telefonisch oder durch einen Besuch zuhause (falls der Patient nicht auf mehrere Anrufversuche reagiert), mit wem die infizierte Person in Kontakt gekommen ist – genauer gesagt, ab zwei Tagen vor und sieben Tagen nach dem Auftreten von Symptome wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Kurzatmigkeit, Durchfall oder der Verlust des Geruchssinns. Diese Kontaktpersonen werden ebenfalls telefonisch oder zuhause kontaktiert, um sie zu bitten, Präventions- oder Früherkennungsmaßnahmen zu ergreifen. 

Der Hausarzt bleibt aufgrund seines einzigartigen Vertrauensverhältnisses zum Patienten die zentrale Figur im gesamten Prozess. Sein Patient soll ihn erneut telefonisch kontaktieren, wenn sich die Symptome verschlechtern und/oder wenn andere Symptome auftreten. Wenn der Zeitraum für die Arbeitsunfähigkeit endet, muss überprüft werden, ob die Symptome verschwunden sind, und entschieden werden, ob die Quarantäne aufgehoben wird.

 

Daten für die Telefonzentrale der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Das Ermittlerteam erhebt ausschließlich Daten, die zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus dienen.

Erhobene personenbezogene Daten der infizierten Personen (oder Personen, bei denen ein Arzt eine Infektion vermutet) sind:

  1. die Nationalregisternummer bzw. die Erkennungsnummer der sozialen Sicherheit
  2. den Vor- und Nachnamen
  3. das Geschlecht
  4. das Geburtsdatum
  5. die Adresse
  6. die Art, das Datum und die Nummer der Probe sowie das Ergebnis des entsprechenden Tests oder, in Ermangelung eines Tests, die vermutete Diagnose
  7. die LIKIV-Nummer des verschreibenden Arztes
  8. die Kontaktinformationen der betreffenden Person und eine Notfallkontaktnummer
  9. häufig besuchte Kollektive (Schule, Kinderbetreuung, Alten- und Pflegeheime etc.)
  10. die Angabe darüber, ob die betreffende Person einen Gesundheitspflegeberuf ausübt oder nicht

Erhobene personenbezogene Daten der Personen, die mit einem infizierten oder vermutlich infizierten in Kontakt gekommen sind:

  1. die Nationalregisternummer bzw. die Erkennungsnummer der sozialen Sicherheit
  2. den Vor- und Nachnamen
  3. das Geschlecht
  4. die Adresse und E-Mail-Adresse
  5. die Telefonnummer
  6. Symptome
  7. Art des Kontaktes (Dauer, Abstand, Körperkontakt etc.)

 

Kontaktaufnahme

Ein speziell geschulter Mitarbeiter des Ministeriums kontaktiert die Personen telefonisch unter 02/214.19.19. Sollten Personen innerhalb von 24 Stunden nicht auf mehrere Anrufversuche reagieren, können sie von einem Mitarbeiter des Tracing-Teams, unter Einhaltung der grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen, zuhause besucht werden. Die Kontaktermittler weisen sich immer als Ministeriumsmitarbeiter aus.

 

Negativer Test

Bei einem negativen Testergebnis ist das Verfahren beendet. Es erfolgt kein Kontakt-Tracing. Die personenbezogenen Daten werden umgehend gelöscht.

Was passiert, wenn nicht alle Kontakte aufgezählt werden können?

Es ist normal, dass der Infizierte sich nicht immer an alle Kontaktpersonen erinnern kann. Dennoch ist es wichtig, möglichst viele Kontakte zu notieren, mit denen er ab zwei Tage vor und sieben Tage nach Ausbruch der Symptome Kontakt hatte, damit diese Personen eine mögliche Ansteckung rechtzeitig erkennen und sich und andere schützen können.

Was geschieht, wenn das Kontakt-Tracing verweigert wird?

Daten von Drittpersonen mitzuteilen, geschieht auf freiwilliger Basis. Niemand wird im Verweigerungsfall rechtlich verfolgt und es drohen keine Haft- oder Geldstrafen. Auch meldet das Ministerium keine Verstöße gegen die empfohlenen Maßnahmen. Das ist nicht die Aufgabe der Kontakt-Tracing-Zentrale. Dennoch gilt, je mehr Bürger das Kontakt-Tracing unterstützen, desto besser lässt sich das Virus eindämmen, desto eher kann eine zweite Infektionswelle vermieden werden und desto schneller können wir zur Normalität zurückkehren. Mitarbeit ist keine Pflicht, aber es ist eine Form der Solidarität und des Bürgersinns.

Was passiert mit meinen Daten?

Die übermittelten Daten werden strikt vertraulich behandelt:

  • Nur die Telefonzentrale der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat Zugriff auf die Liste der Kontakte. Weder Arbeitgeber, Familie, Schule, Polizei noch andere Behörden können sie einsehen.
  • Den Personen aus der Kontaktliste wird der Name des Infizierten nicht mitgeteilt. Er bleibt anonym.
  • Der Mitarbeiter, der die Personen aus der Kontaktliste anruft, ist an das Berufsgeheimnis gebunden. Er unterliegt der Schweigepflicht, zu der er sich durch die Unterzeichnung einer Vertrauenscharta rechtlich verpflichtet hat. Sämtliche Daten werden in einer gesicherten föderalen Datenbank aufbewahrt, die vom Wissenschaftsinstitut Sciensano verwaltet wird.
  • Die übermittelten Informationen werden zu keinem Zeitpunkt genutzt, um zu überprüfen, ob die empfohlenen Maßnahmen eingehalten wurden. Sie werden nicht der Polizei, der Justiz oder einem anderen Kontrolldienst mitgeteilt.
  • Die personenbezogenen Daten werden nach einem Monat ab dem Datum ihrer Erhebung gelöscht. Bei einem negativen Testergebnis werden die Daten umgehend gelöscht.

Das Ministerium ist verantwortlich für die Verarbeitung der Daten gemäß der Datenschutz-Grundverordnung. Weiterführende Informationen zur Wahrung Ihrer Rechte finden Sie im weiterführenden Link. Den Datenschutzbeauftragten erreichen Sie per Mail.

Was bedeutet Quarantäne?

Bei einer Erkrankung 

  • Bleiben Sie zuhause.
  • Verlassen Sie nicht das Haus oder die Wohnung. Weder zum Einkaufen noch zum Spazieren. Lassen Sie Ihre Einkäufe liefern.
  • Sie dürfen in den Garten, auf die Terrasse oder den Balkon gehen und Ihren Briefkasten leeren.
  • Vermeiden Sie jeglichen Kontakt zu Personen mit erhöhtem Risiko. Sie können eine erhöhte Gefahr für diese Personen darstellen.
  • Halten Sie sich weitestgehend von den Personen fern, die mit Ihnen unter einem Dach wohnen.  Schlafen und essen Sie möglichst getrennt.
  • Lüften Sie regelmäßig den Raum, in dem Sie sich aufhalten.

Bei einem Hochrisikokontakt

  • Bleiben Sie 14 Tage zuhause.
  • Verlassen Sie das Haus nur, wenn es absolut notwendig ist, wie zum Beispiel zum Einkaufen von Lebensmitteln oder Medikamenten. Tragen Sie dabei immer einen Mund- und Nasenschutz und vermeiden Sie den Kontakt mit anderen Personen. Empfangen Sie keinen Besuch zuhause.
  • Wie tragen Sie eine Schutzmaske richtig? Unsere Ratschläge hierzu finden Sie im weiterführenden Link.
  • Der Hausarzt sollte angerufen werden, sobald sich Symptome zeigen.
  • Pflegepersonal darf, wenn nötig, weiterarbeiten, muss aber angepasste Schutzkleidung tragen. In diesem Fall sind strikte Bedingungen einzuhalten, über die der Arbeitgeber das Personal informiert.

Wie wirkt sich die Quarantäne auf das Einkommen des Arbeitnehmers aus?

Wenn ein Arbeitnehmer aufgrund einer Corona-Erkrankung nicht arbeiten kann und vom Arzt krankgeschrieben wird, gelten die üblichen Vorschriften der Arbeitsunfähigkeit/Krankheit. In diesem Fall hat der arbeitsunfähige Arbeitnehmer im Prinzip für einen bestimmten Zeitraum Anspruch auf eine garantierte Vergütung von seinem Arbeitgeber. Danach zahlt die Krankenkasse.

Da es sich hierbei um eine föderale Zuständigkeit handelt, sind die aktuellsten Information im weiterführenden Link zu finden. Bei weiteren Fragen sind außerdem die Krankenkassen die richtigen Ansprechpartner.

https://emploi.belgique.be/fr/actualites/update-coronavirus-mesures-de-prevention-et-consequences-sur-le-plan-du-droit-du-travail

In welchen Fällen kann ein Arbeitnehmer in die zeitweilige Arbeitslosigkeit aufgrund höherer Gewalt, nicht aufgrund von Krankheit, versetzt werden?

Die Arbeitnehmer erhalten vom LfA-ONEM in folgenden Fällen eine Unterstützung:

  • Quarantäne, die durch die Behörden einem einzelnen Arbeitnehmer auferlegt wurde
  • Ein Arbeitnehmer wird vom Arbeitsarzt nach Hause geschickt.
  • Der Arbeitnehmer besitzt ein ärztliches Attest seines Hausarztes, beispielsweise, weil ein mit ihm zusammenwohnendes Haushaltsmitglied sich mit dem Corona-Virus angesteckt hat. Somit besteht eine Ansteckungsgefahr für die anderen Arbeitnehmer.
  • ein Risikopatient, der ein Attest seines Hausarztes vorlegen kann
  • Der Arbeitgeber selbst hat sich angesteckt: In einem solchen Fall ist der Arbeitgeber selbst nicht in der Lage, seinen Arbeitnehmern Arbeit zu beschaffen, weil er selbst krank ist. Zum Beispiel kann der Bäckereiverkäufer nicht arbeiten, wenn der Bäcker sich angesteckt hat.

Eine detaillierte Übersicht zum Thema finden Sie im weiterführenden Link.

Auf Beschluss der Ministerin für Beschäftigung wurde das vereinfachte Verfahren für die Versetzung in die zeitweilige Arbeitslosigkeit wegen höherer Gewalt bis zum 31. Mai 2020 einschließlich verlängert. Für weiterführende Informationen, Fragen oder Anträge: LfA-ONEM

  • Arbeitnehmer: Zahlstelle (Gewerkschaft oder CAPAC)
  • Arbeitgeber: Sozialversicherungskasse

Wie wirkt sich die Quarantäne auf das Einkommen eines Selbstständigen aus?

Die Gesundheitsleistungen für Selbständige und ihre Familien erstattet die Krankenkasse zurück. Selbständige, die mindestens 8 Tage lang arbeitsunfähig sind, haben vom ersten Tag an Anspruch auf eine Arbeitsunfähigkeitsentschädigung, die von der Krankenkasse gezahlt wird.

In bestimmten Fällen können sie die Befreiung von der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen während der Dauer der Krankheit beantragen ("Assimilation bei Krankheit"). Da es sich hierbei um eine föderale Zuständigkeit handelt, sind die aktuellsten Information im weiterführenden Link zu finden.

Welche Hilfen kann der Selbstständige beantragen, wenn er aufgrund von Corona schließen musste?

Das Überbrückungsrecht, Aufschub von Sozialbeiträgen und die Senkung der vorläufigen Sozialversicherungsbeiträge können als Hilfen beantragt werden.

Da es sich hierbei um eine föderale Zuständigkeit handelt, sind die aktuellsten Information im weiterführenden Link zu finden.

Wann kommen Selbstständige für das Überbrückungsrecht in Frage?

Sie kommen in Frage, wenn

  • die Regierung sie verpflichtet, ihre Tätigkeit teilweise oder vollständig zu unterbrechen. Diese Selbstständigen haben sofort Anspruch auf die Gewährung des Überbrückungsrechts (Restaurants, Cafés, Non-Food-Läden etc.).
  • Die Regierung hat sie nicht verpflichtet, ihre Tätigkeit teilweise oder vollständig zu unterbrechen, aber die Selbstständigen sind verpflichtet, ihre Tätigkeit infolge der Corona-Krise für einen Zeitraum von mindestens 7 aufeinanderfolgenden Tagen zu unterbrechen. Es handelt sich zum Beispiel um Selbständige, die ihre Tätigkeit aufgrund von Quarantäne, Rohstoffmangel oder aus verschiedenen wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen (in Verbindung mit COVID-19) unterbrechen (Selbständige, die einen Pflegeberuf ausüben, wie Physiotherapeuten, Zahnärzte, Fachärzte etc.)

Die Hilfen gelten aktuell für die Monate März, April, Mai 2020. Da es sich hierbei um eine föderale Zuständigkeit handelt, sind die aktuellsten Information im weiterführenden Link zu finden. Für detaillierte Auskünfte, Fragen oder Anträge ist die Sozialversicherungskasse zudem Ihr richtiger Ansprechpartner.