17.05.2018

Pädagogische Mitteilung

Kindern eine unbeschwerte Zeit schenken

Pflege- und Patenfamilien in Ostbelgien gesucht

In Ostbelgien gibt es bereits viele Familien, die ihr Haus und ihr Herz einem Kind öffnen, das ein zweites Zuhause braucht. Doch Bedarf an neuen Paten- und Pflegefamilien gibt es immer. Informieren Sie sich hier!

Infoabende in St. Vith und Eupen

Interessierte Familien und Paare können sich an zwei Infoabenden über Pflege- und Patenschaften informieren:

  • in St. Vith am 24.05. um 19.30 Uhr im Dienstleistungszentrum und
  • in Eupen am 31.05. um 19.30 Uhr im Ministerium.

„Freuen uns über Bewerber aus der Großeltern-Generation!“

Neben Familien, die ein paar Wochenenden mit einem Patenkind verbringen möchten, werden auch ältere Paten gesucht. Laut Jugendhilfedienst müssen viele Familien alleine, ohne Rückhalt aus der Großelterngeneration, zurechtkommen. „Manche Mütter bräuchten einfach Großeltern, die sie in der Betreuung der Kinder entlasten könnten“, so Elena Rinck vom Jugendhilfedienst. Diesen Wunsch greift der Pflegefamiliendienst gerne auf. „Während sich das Alter der Pflegeeltern eher am natürlichen Altersunterschied zwischen Eltern und Kindern orientieren soll, freuen wir uns bei den Patenfamilien auch über Bewerber aus der Großeltern-Generation“, so Michael Mertens.

„Patin Renate ist eine große Stütze!“

Aktuell verbringen in Ostbelgien neun Kinder ein bis zwei Wochenenden im Monat bei Patenfamilien. Zwei davon sind Lea (7) und Tim (5). Alles begann vor vier Jahren. „Wir hatten drei kleine Kinder und überhaupt keine Zeit für uns“, erzählt Mama Michelle. „Wir wünschten uns jemanden, dem wir unsere Kinder guten Gewissens anvertrauen können.“ 

Renate beschloss gemeinsam mit ihren Kindern, Patenfamilie zu werden. „Warum? Wir haben ein großes Haus, Zeit und ich wage zu behaupten: ein großes Herz und viel Liebe. Wir haben daraufhin beim Pflegefamiliendienst eine nette, junge Familie kennengelernt. Bei den ersten Treffen war eine Mitarbeiterin dabei. Die Chemie stimmte. Die Kinder (damals 1 und 3,5 Jahre) schienen sich wohl zu fühlen. So haben wir alle gemeinsam entschieden, dass die Kleinen versuchsweise ein Wochenende zu uns kommen. Das hat gut geklappt. Wir haben sie ins Herz geschlossen. Die Eltern haben Vertrauen zu uns und die Kinder kommen sichtlich gerne.“

Daher verbringen Lea und Tim jetzt ein bis zwei Wochenenden pro Monat bei Patin Renate. Für Michelle und die Kinder ist Renate zur Familie geworden. „Lea fragt sogar, wann sie endlich wieder zu Renate gehen darf. Sie ist eine große Stütze für mich. Es tut mir gut, mal ein Wochenende für mich zu haben.“

Der Pflegefamiliendienst ist der Ansprechpartner für Pflegekinder und ihre Paten- oder Pflegefamilien.

Das Team sucht Pflegefamilien, informiert, schult, berät und begleitet alle Familien vor und nach der Vermittlung.

Der Pflegefamiliendienst sucht Familien, die bereit sind, eine Ersatzfamilie für ein gefährdetes Kind zu sein.

Die Sozialassistentinnen des Pflegefamiliendienstes entscheiden nicht selbst, ob ein Kind in die Obhut einer anderen Familie gegeben wird. Sie handeln im Auftrag des Jugendhilfedienstes oder des Jugendrichters.

Zurzeit leben 52 Kinder in Langzeitpflegefamilien; neun Kinder verbringen ein bis zwei Wochenenden im Monat in Patenfamilien; zwei Kinder leben vorübergehend in Bereitschafts-Pflegefamilien.