05.12.2018

Umfassende Studie der KU Leuven zur Lebensrealität Jugendlicher in Ostbelgien

Ergebnisse des ersten ostbelgischen Jugendberichts jüngst in Raeren vorgestellt

In welcher Situation befinden sich Jugendliche und junge Erwachsene in Ostbelgien, welche Perspektiven haben sie und welchen Herausforderungen stehen sie gegenüber? Damit befasst sich ausführlich der erste Jugendbericht für Ostbelgien.

Foto: Maike Köttering

Premiere im Raerener Jugendheim „Area48“: Dort wurden nun die Ergebnisse des vom Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Fachbereich Jugend und Kultur, in Auftrag gegebenen ostbelgischen Jugendberichts vorgestellt. Dieser bietet in der Tat eine erste umfassende Bestandsaufnahme und ein Stimmungsbild junger Menschen, die in Ostbelgien leben.

Nach einer kurzen Einleitung durch Ministerin Isabelle Weykmans präsentierten die beiden an der Studie beteiligten Wissenschaftlerinnen Dr. Nadja Doerflinger und Dr. Heidi Knipprath von der KU Leuven die wichtigsten Ergebnisse der Studie. Dafür haben sie sich etwas Besonderes einfallen lassen: ein interaktives Quiz zu den einzelnen Untersuchungsbereichen, an dem sich die Zuhörer direkt per Smartphone-Abstimmung beteiligen konnten. Bei einer darauf folgenden Podiumsdiskussion mit den beiden Wissenschaftlerinnen, der Ministerin sowie der 21-jährigen Studentin Rachel Kniebs und dem 20-jährigen Ausbildungsabsolventen Francis Cloot konnten die Zuhörer diverse Themen aus dem Jugendbericht im direkten Gespräch vertiefen und zudem ihre Erfahrungen einbringen. Zur Sprache kamen hierbei u. a. folgende Themen:

  • Wie kann man die Attraktivität des belgischen Ausbildungssystems steigern?
  • Gibt es zu wenige Karrierechancen für junge Menschen in Ostbelgien?
  • Welche Rolle spielt die Heimatverbundenheit für junge Menschen, in Ostbelgien zu bleiben oder dorthin wieder zurückzukehren?

Die Veranstaltung, die im Rahmen der Reihe „Ostbelgien und Du“ stattfand, bot zudem reichlich Gelegenheit zum persönlichen Networking.

Neuauflage alle fünf Jahre

Für die Erstellung des Jugendberichts wurden bestehende Daten, die sich weitgehend auf die Jugend in Ostbelgien beziehen, systematisiert und analysiert. Datenlücken wurden mithilfe von Fokusgruppendiskussionen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Ostbelgien geschlossen. Die Struktur des Berichts folgt dabei der Bildungs- und Berufslaufbahn Jugendlicher in Ostbelgien, d.h. vom Eintritt in das Bildungssystem bis zum Übergang in den Arbeitsmarkt, und gibt einen umfassenden Überblick über die Lebensrealität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Region. Zum Schluss werden einige bereichsübergreifende Themen im Zusammenhang mit Wohlbefinden und soziokulturellen Aktivitäten untersucht. Auch umfasst der Jugendbericht einige Empfehlungen, insbesondere in Bezug auf statistische Daten und ein mögliches Monitoring von jugendspezifischen Themen. Die Resultate des Jugendberichts dienen als Grundlage für die Definition der Schwerpunktthemen des nächsten Jugendstrategieplans.

Vor dem Hintergrund einer evidenzbasierten Politik im Jugendbereich hat das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Jahr 2015 beschlossen, alle fünf Jahre einen wissenschaftlichen Bericht zur Situation der jungen Menschen in Ostbelgien in Auftrag zu geben. Der erste Jugendbericht wurde durch die beiden Forschungsinstitute „Institut für Arbeit und Gesellschaft“ (HIVA) und „Centre for Sociological Research“ (CeSo) der Katholischen Universität Leuven erstellt.

Veranstaltungsreihe Ostbelgien und Du


Die Zukunft beginnt jetzt. Heute stellen wir die Weichen für das Ostbelgien von morgen. Die Konferenz zur kulturellen Bildung, der Infomarkt Ehrenamt oder die Vorstellung des Jugendberichts - mit der Reihe „Ostbelgien und Du“ stellt die Deutschsprachige Gemeinschaft die Zukunftsprojekte des Regionalen Entwicklungskonzepts vor. Seien Sie jetzt dabei, informieren Sie sich und gestalten Sie die Zukunft mit.