Zusammenschluss der treibenden Kräfte nimmt seine Arbeit auf

Fachkräftemangel in Ostbelgien: Mythos oder reale Bedrohung?

Zumindest klagten in einer Studie 89 Prozent der teilnehmenden Arbeitgeber darüber, nur schwierig geeignetes Personal zu finden. Das 2017 entstandene Fachkräftebündnis Ostbelgien nahm nun Fahrt auf und beschloss erste Maßnahmen. Aber was konkret?

Das „Fachkräftebündnis Ostbelgien“ hat mit der konstituierenden Sitzung des sogenannten Strategiegremiums seine Arbeit offiziell aufgenommen. Ziel der Bündnispartner ist es, gemeinsam zusätzliche Aktionen zur Fachkräftesicherung in Ostbelgien anzustoßen und umzusetzen.

Was genau haben die Partner beschlossen?

Auf der ersten offiziellen Sitzung verabschiedete das Bündnis einen Strategie- sowie einen Aktionsplan. Einige der angestoßenen Maßnahmen greifen die Vermarktung Ostbelgiens als Wirtschaftsstandort auf.

Vor allem Nachwuchskräfte und Pendler sollen stärker für berufliche Perspektiven in Ostbelgien sensibilisiert werden. Dazu sind zielgruppengerechte Netzwerk-Aktionen und Social-Media-Kampagnen geplant. Weitere Maßnahmen des neuen Fachkräftebündnisses befassen damit, die berufliche Aus- und Weiterbildung aufzuwerten.

Der verabschiedete Strategieplan dient als mittel- bis langfristiges Steuerungsinstrument. Er sieht u.a. folgende Themen als prioritäre Handlungsfelder vor:

  • die Steigerung der Attraktivität der mittelständischen Ausbildung

  • eine gezieltere Berufswahlvorbereitung

  • die berufliche Integration von Migranten

  • die Zusammenführung von Informationsangeboten und Hilfestellungen für Zuwanderer

  • die gezielte Einbindung der „Ostbelgier in der Welt“

Wer in Ostbelgien ist in erster Linie vom Fachkräftemangel betroffen?

Bei einer Befragung im Sommer 2018 beklagten 89 Prozent der teilnehmenden ostbelgischen Arbeitgeber Schwierigkeiten, um geeignetes Personal zu finden. Davon gaben rund 40 Prozent an, dass sie keine geeigneten Fachkräfte mehr finden.

Vom Fachkräftemangel in Ostbelgien besonders betroffen sind laut der Studie:

  • Arbeitgeber im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft

  • sehr große Betriebe (über 200 Beschäftigte)

  • besonders kleine Unternehmen (bis zehn Beschäftigte)

  • Dienstleistungsbetriebe
  • das Handwerk
  • das metall- und holzverarbeitende Gewerbe

  • das Baugewerbe

  • der Pflegesektor

  • der Bildungsbereich

Die Ergebnisse der Studie sind im weiterführenden Artikel einsehbar.

Wer ist mit an Bord?

Partner des „Fachkräftebündnis Ostbelgien“ sind das Arbeitsamt (ADG), das Institut- für Aus- und Weiterbildung (IAWM), die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), der Wirtschafts- und Sozialrat (WSR), die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Zum ersten Vorsitzenden des Strategiegremiums wurde Volker Klinges, Geschäftsführer der IHK, gewählt.