Kult(ur)-Status!

Weltbekannt: Belgisches Bier ist in aller Munde

Für manch einen gehört ein kühles Bier im Sommer einfach dazu! In Belgien ist Bier und die damit verbundene Bierkultur allerdings mehr: ein Kulturgut mit langer Geschichte. Grund genug, zum Welttag des Bieres einmal einen kurzen Blick in die Historie zu werfen.

In Belgien genießt Bier als „das“ Nationalgetränk einen besonderen Stellenwert. Kein Wunder bei diesen Zahlen: Hierzulande gibt es 292 Brauereien und 209 Bierbetriebe, die zusammen mehr als 1850 verschiedene belgische Biersorten brauen. Das ist rekordverdächtig!

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Aber nicht nur in Belgien selbst wird diese Biervielfalt geschätzt, rund um den Globus finden sich Fans dieses Getränks. Einzigartig sind auch die vier verschiedenen Gärungstypen der belgischen Braukunst:

  • Spontangärung (Lambic)

  • Obergärung (Trappistenbiere)

  • Untergärung (Pils)

  • Mischgärung (zunächst Obergärung, dann Spontangärung, bei Braunbieren).

Kulturerbe seit 2016

Im Jahr 2013 wurde diese Erfolgsstory sogar schwarz auf weiß besiegelt: Das Element der Bierkultur wurde in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschsprachigen Gemeinschaft aufgenommen. Mehr noch. Am 30. November 2016 folgte der Eintrag in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit bei der UNESCO.

Tatsächlich baut die Bierkultur in Belgien auf die Vielfalt der Braukunst auf und ist besonders eng verwoben mit den Traditionen, Bräuchen und Gewohnheiten im Land. Die UNESCO schätzt jedoch auch die Maßnahmen, um die Bierkultur zu erhalten. Hier einige Beispiele:

  • ein Observatorium als Beobachtungsstelle für die Bierkultur betreiben
  • professionelle Schulungen konzipieren und organisieren
  • Alkoholmissbrauch bekämpfen

Tradition bis ins Mittelalter

Auch in Ostbelgien besitzt die Braukunst eine lange Tradition. Für das Eupener Land lassen sich Bierbraustätten bis ins Mittelalter nachweisen. Im 18. Jahrhundert gab es allein in Eupen zehn Brauereien, von denen in den 1990er-Jahren die letzte schließen musste. Im südlichen Teil Ostbelgiens wurde um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert Bier gebraut.

Die kommerzielle Herstellung eines originär „deutschsprachigen“ Bieres existiert im 21. Jahrhundert zwar nicht mehr. Dennoch gibt es mittlerweile wieder eine ganze Reihe Mikrobrauereien in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Dabei handelt es sich um Brauer, die aus Leidenschaft ihr Bier herstellen und dies auch in kleinen Mengen verkaufen. So und auf andere Weise bleibt das Kulturerbe auch durch die Bierproduktion in Ostbelgien lebendig.

Mehr Informationen zur Bierkultur – u.a. in Ostbelgien – erhalten Sie im weiterführenden Artikel.