Klein, aber fein!

Auf Schatzsuche in Ostbelgien: Kleindenkmäler finden sich in jedem Ort

Manchmal fallen sie erst auf den zweiten Blick auf: Kleindenkmäler. Für ein Dorf oder einen Ort besitzen sie allerdings oft einen unschätzbaren Wert. Daher führt die Regierung ein Verzeichnis für Kleindenkmäler und andere bedeutende Gebäude auf.

Kleindenkmäler sind gebaute Elemente mit ganz verschiedenen Gesichtern. Kreuzwege, Kapellen, Statuen und Wohnhäuser fallen ebenso darunter wie Fußfälle, Tore und Brunnen. Selbst ein Dorfsaal kann zum Kleindenkmal werden.

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Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie das Lebensumfeld prägen und der lokalen Bevölkerung als Bezugspunkt dienen oder zum Zugehörigkeitsgefühl beitragen. Außerdem dürfen sie nicht unter Denkmalschutz stehen. „Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei Kleindenkmälern nicht um imposante Gebäude. Sie erzählen eher die Geschichte ‚der kleinen Leute’ und sind daher identitätsstiftend für ein Dorf oder einen Ort“, erklärt Audrey Olbertz vom Fachbereich Kultur und Jugend.

Noch viel Potenzial

Einige Gemeinden wie Lontzen mit den Ortschaften Walhorn und Herbesthal haben bereits all ihre Kleindenkmäler eintragen lassen. „Wir hoffen aber noch auf viele weitere“, so Olbertz.

Denn der Weg zum offiziellen Kleindenkmal ist gar nicht schwer. So kann beispielsweise ein Dorfverein ein vollständiges Verzeichnis mit allen Kleindenkmälern und bedeutenden Gebäuden seiner Ortschaft erstellen und anschließend der Regierung übermitteln.

Zu jedem Objekt müssen folgende Informationen zusammengetragen werden:

  • allgemeine Angaben (Standort und Baujahr des Gebäudes oder Objektes)
  • alte und aktuelle Fotos
  • Hintergrundinformationen zum jeweiligen Objekt

Die Auflistung erfolgt im „Antragsformular kleines Kulturerbe“, das der Fachbereich Kultur des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft bereitstellt.

Zuschüsse beantragen

Darüber hinaus bezuschusst das Ministerium Restaurierungs- oder Instandsetzungsarbeiten an eingetragenen sowie öffentlich zugänglichen oder von öffentlichen Wegen aus sichtbaren Kleindenkmälern. Der Höchstbetrag beläuft sich auf 2.500 Euro. Dem schriftlichen Antrag müssen in dem Fall folgende Dokumente beigefügt werden:

  • Beschreibung des Projektes und der vorgesehen Maßnahmen
  • Lageplan
  • aktuelle Fotos
  • Kostenschätzung mit Angaben zu Fremdleistungen durch spezialisierte Firmen oder bei Eigenleistung Angaben zu den Materialkosten
  • Einverständnis des Eigentümers

Detaillierte Informationen stehen im weiterführenden Artikel.