Aktuelle Zustandsberichte sollen Klarheit bringen

Wie gut sind Ostbelgiens Denkmäler in Schuss?

Ostbelgien ist bekannt für seine baulichen Denkmäler. Sie prägen nicht nur die Landschaft, sondern auch die regionale Kultur. Doch wie steht es wirklich um die alten Gemäuer? Antworten darauf liefern aktuelle Zustandsberichte.

Zuletzt wurde in den Jahren 2007 bis 2009 ein detailliertes Kataster aller Denkmäler in der Deutschsprachigen Gemeinschaft erstellt. 2020 soll dieses im Auftrag der Regierung aktualisiert werden. Wie? Indem der Bestand der Denkmäler über Zustandsberichte erneut erfasst wird.

In diesen Zustandsberichten stehen ebenfalls nichtverpflichtende Maßnahmen, um das Denkmal zu erhalten und so den Eigentümern konkrete Hilfestellungen an die Hand zu geben. Darüber hinaus gilt weiterhin die Vorgabe des Denkmalschutzdekretes der Erhaltungspflicht, um der Zerstörung bzw. Beschädigung des geschützten Gutes präventiv vorzubeugen und entsprechende Maßnahmen durchzuführen.

40 Denkmäler unter der Lupe

Im Herbst 2019 wurde ein entsprechender Dienstleistungsauftrag an die Architektin Maike Scholz vergeben. Sie ist seitdem dafür zuständig, Zustandsberichte von 40 Denkmälern in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu erstellen.

Insgesamt existieren knapp 200 Denkmäler in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Die Regierung möchte innerhalb von fünf Jahren von all diesen Denkmälern Zustandsberichte erstellen bzw. erstellen lassen.

Die erste Unterschutzstellung stammt übrigens aus dem Jahre 1937. Ein Großteil wurde in den 1980er-Jahren beschlossen, als das Bewusstsein für kulturell wichtige Denkmäler zunahm. Um die geschützten Objekte langfristig zu erhalten, ist allerdings die Beobachtung des Zustandes in regelmäßigen Abständen erforderlich.

Rechtzeitig handeln

Auch regelmäßige Unterhaltsarbeiten müssen eingeplant werden. Viele Eigentümer von Denkmälern wissen allerdings nicht, welche Maßnahmen als erstes zu ergreifen sind. An dieser Stelle sind die Zustandsberichte ein guter Wegweiser, anhand dessen Eigentümer notwendige anstehende Arbeiten besser einplanen und koordinieren können.

Gemäß dem Motto „Der beste Denkmalschutz ist der, der gar nicht erst zum Tragen kommt!“ soll außerdem viel stärker als bisher der Fokus auf den vorbeugenden Denkmalschutz gelegt werden.

Zuschüsse vom Ministerium

Eine Maßnahme ist die Bezuschussung von Unterhaltsarbeiten durch die Deutschsprachige Gemeinschaft, damit wichtige Arbeiten nicht erst „in letzter Sekunde“ durchgeführt werden. Sind Unterhaltsarbeiten geplant, kann man einen Zuschuss von bis zu 80 Prozent des Gesamtbetrags beim Ministerium beantragen. Der maximale Zuschussbetrag beläuft sich in diesem Fall auf 22.000 Euro.

Wenn die Arbeiten in Eigenleistung durchgeführt werden, kann sogar ein Zuschuss von bis zu 100 Prozent für Kosten im Bereich Material, Transport und Ausführungsmittel geltend gemacht werden. Hier liegt die Obergrenze des Gesamtbetrags bei 10.000 Euro.