Arbeiten im ländlichen Raum – Projektaufruf „Dorf-Büro“

Projektvorschläge bis zum 30. November einreichen

Sie wohnen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder sind Mitglied einer Dorfgruppe? Dann bewerben Sie sich noch bis zum 30. November mit einem Projektvorschlag für ein „Dorf-Büro" und sichern Sie sich bis zu 15 000 Euro Zuschuss.

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Am 18. September startet ein Aufruf an die deutschsprachigen Gemeinden und organisierten Dorfgruppen der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Einreichung eines Projektvorschlags für ein „Dorf-Büro“. Dieser auf den ländlichen Raum zugeschnittene gemeinschaftliche Arbeitsplatz mit Internetanbindung – im urbanen Bereich auch bekannt als Co-Working-Space – kann in Kooperation mit öffentlichen Trägern und privaten Unternehmen betrieben werden. Bis zum 30. November können Gemeinden oder Dorfgruppen ihr Konzept und ihre Ideen einreichen und bis zu 15 000 Euro Zuschuss für die Einrichtung und Inbetriebnahme des Dorf-Büros bekommen.

Ländliche Gemeinden sind seit Jahren mit Herausforderungen konfrontiert wie die Landflucht, Leerstand und Mobilitätsengpässen. Das Projekt „Dorf-Büro“ nimmt den Aspekt der Arbeit im Dorf auf und bietet interessierten Gemeinden oder Dorfgruppen die Möglichkeit, einen Arbeitsort zu konzipieren, der - komplementär zum Home-Office- das Dorf als Arbeitsort attraktiver macht.

Was ist das „Dorf-Büro"?

Das „Dorf-Büro“ ist ein flexibler, digital ausgestatteter Arbeits- und Begegnungsort, der mobile Arbeitnehmer und Selbständige ansprechen möchte. In diesem Gemeinschaftsbüro können zeitlich flexibel einzelne Arbeitsplätze und Besprechungsräume angemietet werden, die über WLAN, einen gemeinsamen Drucker und idealerweise eine kleine Selbstversorgerküche verfügen.

An wen richtet sich das Projekt?

Die Nutzer bringen ihre eigenen Endgeräte mit und sind Pendler, die lange Strecken vermeiden oder teilen möchten, Arbeitnehmer im Homeoffice, die Arbeitsplatzatmosphäre bevorzugen, oder auch Selbständige und Jungunternehmer, die noch über keine eigene Büroinfrastruktur verfügen.

Welche Vorteile bietet das Projekt?

Die Vorteile für die Gemeinden und die Dörfer liegen auf der Hand. Nicht nur der Leerstand der Dorfinfrastruktur kann durch ein solches Projekt sinnvoll genutzt werden. Auch steigert ein im Dorf integrierter und digital ausgestatteter Arbeitsort die Attraktivität der Gemeinde als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Unternehmensgründungen können durch die Gemeinde praktisch unterstützt werden und den Auftakt für kleine Gewerbeoasen bilden. Der Aufruf fördert nämlich explizit Kooperationen zwischen Gemeinden und Dorfgruppen mit anderen öffentlichen Diensten oder auch privaten Unternehmen. Somit kann eine bestehende öffentliche Infrastruktur mitbenutzt werden, wie zum Beispiel eine Bibliothek, ein Postamt, ein Museum, eine Touristinfo oder eine Gemeindeeinrichtung. Auch ein privates Unternehmen kann sich an das Dorf-Büro andocken und die Infrastruktur mitgestalten. Das können zum Beispiel Cafés, Restaurants, Ärztehäuser oder Kunstbetriebe sein.

Die eingereichten Konzepte eines Dorf-Büros werden von einer Fachjury bewertet und die Regierung entscheidet auf Grundlage des Jurygutachtens innerhalb von sechs Wochen über die Förderung eines Pilotprojektes.