Erster Bericht der Pilotgruppe

Im Dezember 2017 lag ein erster Ergebnisbericht in vier Kapiteln vor. Dieser enthält Empfehlungen für die Beschäftigungs-, Ausbildungs- und Sozialpolitik - Themen, die den teilnehmenden Vermittlern der drei Dienste besonders am Herzen liegen.

Kapitel 1: Vermittlung und Begleitung wie aus einer Hand: Auftrag und Vision

Was bedeutet eigentlich „Vermittlung wie aus einer Hand“? Und wie kann der Weg hin zu einer „Vermittlung wie aus einer Hand“ gelingen?

Die Pilotgruppe hat Vorschläge entwickelt, wie die Zusammenarbeit der Dienste gestärkt werden kann, um langfristig die Dienstleistungen „wie aus einer Hand“ anbieten zu können.

Kapitel 2: Schwerpunktthema Qualifizierung

Die Qualifizierung von Arbeitsuchenden ist für die Vermittler der drei Dienste ein zentrales Thema. In dem Bericht zeigen die Vermittler über verschiedene Ansätze, wie die Qualifizierungsangebote verbessert werden könnten.

Die Vorschläge behandeln folgende Themen: Lehre über 30, die Partnerschaftskonvention für ÖSHZ-Kunden, Anpassungen der Fördermechanismen, Vorfinanzierungsangebote für finanzschwache Arbeitsuchende, den Ausbau von kurzen Qualifizierungsangeboten, den Ausbau der Angebotspalette insgesamt oder stärkere Begleitung bei individuellen Ausbildungsangeboten im Betrieb.

Kapitel 3: Schwerpunktthema Integrationsmaßnahmen

Das Arbeitsamt, die ÖSHZ und die DSL können ihren Arbeitsuchenden einen Platz in einer sogenannten „Integrationsmaßnahme“ anbieten.

Wie können die Chancen der Teilnehmer nach dem Projekt verbessert werden? Über diese und weitere Fragen sprach die Pilotgruppe mit den Verantwortlichen von Cardijn und Proaktiv, zwei Trägern von Integrationsmaßnahmen. Die Ergebnisse sind in diesem Kapitel aufgelistet.

Kapitel 4: Was uns im Alltag bewegt: drei Sonderthemen.

Die drei in diesem Kapitel behandelten Themen sind:

  1. die Informationsverwaltung: vom Leid mit den Daten

Dieser Punkt zeigt auf, wie aufwändig und auch fehleranfällig die Verwaltung der personenbezogenen Daten ist. Eine gemeinsame technische Basis mit selektiven elektronischen Datenzugängen könnte hier eine Lösung sein.

  1. Umgang mit Beeinträchtigungen und Krankheiten

Alle drei Dienste arbeiten – in unterschiedlicher Häufigkeit - mit physisch oder psychisch beeinträchtigen Menschen. Die Herausforderungen:

  • Die gesundheitliche Beeinträchtigung muss erkannt und benannt werden. Sind Therapien nötig?
  • Welche Folgen ergeben sich daraus für die beruflichen Integration? Mediziner, Vermittler und ggf. Arbeitgeber oder Ausbildungsträger müssen sich verstehen.

  • Abklärung der sozialen Sicherheit: Welches Sozialstatut ist geeignet? Welches Ersatzeinkommen ist möglich? Gibt es Verpflichtungen oder Risiken? Die Antwort ist je nach Erwerbsbiographie und Krankheitsbild unterschiedlich.

  • Welche Angebote der beruflichen Integration kommen in Frage? Die Suche nach einem passenden Angebot ist oft eine große Herausforderung.

  1. Doppeleintragungen und Doppelverpflichtungen:

Manche Arbeitsuchende sind nicht nur beim ÖSHZ und beim Arbeitsamt eingetragen, sondern müssen zusätzlich in beiden Einrichtungen verpflichtend einen „Plan“ zur beruflichen Eingliederung abschließen.

Dies ist zum Beispiel bei jugendlichen Sozialhilfeempfängern in der Berufseingliederungszeit der Fall. Dieser Plan heißt im Arbeitsamt „Aktionsplan“ und im ÖSHZ „individuelles Projekt zur sozialen Eingliederung“ (meist PIIS abgekürzt). Jeder „Plan“ ist an rechtliche Bestimmungen gebunden. Die Pilotgruppe schlägt vor, wie sie mit diesen Situationen praktisch umgehen möchte.

In jedem Kapitel werden Praxisbeispiele aufgeführt und Empfehlungen gegeben.