20/4/2020

Pädagogische Mitteilung

Unterrichtszeit der Sekundarschüler soll maximiert werden

Klarheit für Sekundarschüler: keine Juni-Prüfungen

Unabhängig davon, ob und wann der Unterricht in diesem Schuljahr wieder aufgenommen wird, finden in den Sekundarschulen am Schuljahresende keine Prüfungen statt. Ausnahmen gibt es allenfalls für die praktischen Prüfungen, um den Befähigungsnachweis zu erhalten.

Am 24. April trifft sich erneut der Nationale Sicherheitsrat. Bis dahin ist unklar, ob, wie und wann der Unterricht wieder aufgenommen wird. Trotzdem haben sich der Bildungsminister und die Schulleiter frühzeitig Gedanken gemacht und verschiedene Szenarien für die Sekundarschulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft durchgespielt. Am 17. April trafen sie grundsätzliche Entscheidungen, um Eltern und Schüler nicht länger im Ungewissen zu lassen.

Fest steht: Es wird keine Prüfungen am Schuljahresende geben. Sofern die föderalen Bestimmungen dies zulassen, können die Schulen praktische Prüfungen, um den Befähigungsnachweis zu erhalten, organisieren. Die Schüler werden ihre Studienendarbeiten nach den geltenden Bestimmungen entweder virtuell oder unter Wahrung der Hygiene- und Distanzregeln in der Schule verteidigen.

Unterricht statt Prüfungen

Unabhängig davon, ob der Unterricht in diesem Schuljahr aufgenommen wird oder nicht, findet bis mindestens 19. Juni 2020 Unterricht statt, sei es im Fernunterricht oder in der Schule. Danach tagen die Klassenräte.

Sollte der Unterricht noch in diesem Schuljahr ganz oder schrittweise aufgenommen werden, gelten folgende Bestimmungen: Bis zum Ende des Schuljahres werden keine pädagogischen Konferenztage mehr organisiert. Anstelle der ggf. vorgesehenen zusätzlichen freien Tage – sei es an Brückentagen oder an anderen Tagen – findet Unterricht statt.

Kommunikation zwischen Schule und Eltern

Die Eltern sind zurzeit einer besonderen Belastung ausgesetzt. Sie müssen ihre Kinder unter schwierigen Bedingungen zu Hause betreuen, ihnen in ihrer schulischen Arbeit zur Seite stehen und gleichzeitig familiären und/oder beruflichen Verpflichtungen nachkommen. Das stellt eine enorme Belastung dar, insbesondere für berufstätige Eltern und Eltern mit mehreren Kindern.

Die Schulen sollen die Zeit, die Eltern für die schulische Arbeit ihrer Kinder aufwenden müssen, auf ein Minimum beschränken. Denn es ist nicht die Aufgabe der Eltern, den Unterricht stellvertretend zu erteilen. Sie sollen die Schulen in ihren Bemühungen unterstützen, indem sie eine Arbeitsumgebung schaffen, die es den Kindern ermöglicht, im Fernunterricht zu lernen. Sie sollen zudem gewährleisten, dass die Schüler auf die Anfragen der Lehrer reagieren und sich mit den Aufgaben beschäftigen.

Die Kommunikation zwischen Schülern, Eltern und Lehrern ist in der aktuellen Situation wichtiger denn je. Die Schüler und Eltern werden daher gebeten, sich vertrauensvoll an ihre Schule zu wenden, wenn sie Schwierigkeiten mit dem Fernunterricht oder Fragen haben.

Juni-Zeugnis

Für die Leistungsbewertung gelten für die Sekundarschulen dieselben Richtlinien wie für die Primarschüler. Es werden lediglich die Leistungen bewertet, die die Schüler in der Schule erbracht haben – sprich vom Moment, als das letzte Zeugnis vergeben wurde, bis zum Zeitpunkt, als Mitte März der Unterricht ausgesetzt wurde und gegebenenfalls nachdem der Unterricht wieder aufgenommen wurde. Die Bewertung bezieht sich somit ausschließlich auf Kompetenzen, die im Unterricht in der Schule vermittelt wurden.

Außerdem werden die Studienendarbeiten der Abiturienten und ggf. die praktischen Prüfungen, um den Befähigungsnachweis zu erhalten, bewertet.

Ob darüber hinaus weitere normative, also versetzungsrelevante, Bewertungen durchgeführt werden, hängt vom Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Unterrichts und vom Jahrgang der Schüler ab.

Obwohl noch nicht klar ist, ob und wann welche Sekundarschüler den Unterricht wieder aufnehmen, wurde bereits beschlossen, in welchen Fällen normative Bewertungen organisiert werden dürfen. Erlaubt sind versetzungsrelevante Tests:

  • für alle Sekundarschüler, wenn diese ab dem 4. Mai wieder in der Schule unterrichtet werden, und
  • für die Schüler des 6. und 7. Sekundarschuljahres, wenn diese ab spätestens Mitte Mai wieder in der Schule unterrichtet werden

Für alle Schüler, die erst im Juni wieder regulären Unterricht in der Schule erhalten, werden - unabhängig vom Jahrgang - keine normativen Bewertungen organisiert.

Versetzung, Nachprüfungen und Ferienarbeiten

Entscheidungen bzgl. Versetzungen, Nachprüfungen und Ferienarbeiten trifft der Klassenrat im Juni. Dazu basiert er sich auf die Jahresarbeit und die Dezemberprüfungen. In den betroffenen Jahrgängen fließen zudem die Studienendarbeiten und die praktischen Prüfungen zum Erhalt des Befähigungsnachweises in die Versetzungsentscheidung ein.

Der Klassenrat kann die Mitarbeit der Schüler während des Fernunterrichts zu Hause und die Arbeit, die sie ggf. nach einer möglichen Wiederaufnahme in der Schule leisten, zugunsten des Schülers berücksichtigen. Die Mitarbeit der Schüler in der Unterrichtszeit, in der keine normative Bewertung stattfindet, kann die Versetzungsentscheidung somit positiv beeinflussen. Ein Hinweis, der insbesondere diejenigen interessieren dürfte, deren Versetzung aufgrund der bis Mitte März erbrachten Leistungen gefährdet ist.

Anschlussfähigkeit

Besondere Achtung wird den Übergängen von der Sekundarschule zur Hochschule und zur Arbeitswelt geschenkt: In den Abschlussjahrgängen ist es unmöglich, den Unterrichtsausfall in der Schule im kommenden Schuljahr zu kompensieren. Daher werden die Schulen ihr Augenmerk auf die Schüler des 6. bzw. 7. Sekundarschuljahres legen. Sie werden die Jugendlichen besonders unterstützen, um die wesentlichen Kompetenzen zu erwerben. Ziel ist, dass die Anschlussfähigkeit gewährleistet ist und der Übergang zur Arbeitswelt oder zum Studium möglichst reibungslos verläuft.

Weiterführende Informationen

Die Eltern der Sekundarschüler erhalten in den kommenden Tagen über die Schulen ein ausführliches Schreiben des Bildungsministers mit ergänzenden Informationen. Den Brief des Ministers an die Eltern finden Sie auch im Downloadbereich.

Weiterführende Informationen finden Lehrer zudem im FAQ-Dokument (www.ostbelgienbildung.be/coronavirus) auf dieser Internetseite. Das Dokument wird fortlaufend aktualisiert und vervollständigt.