Zweijahresbericht und Jubiläen

Dienst zur Armutsbekämpfung aus Brüssel feiert Jubiläum

Der Dienst zur Armutsbekämpfung, prekären Lebenssituationen und soziale Integration veranstaltete am 11. Dezember 2019 einen Kongress anlässlich ihrer Jubiläen. In diesem Rahmen wurde ebenfalls der 10. Armutsbericht des Dienstes vorgestellt.

25 Jahre Armutsbericht sowie 20 Jahre "Dienst zur Armutsbekämpfung, prekären Lebenssituationen und soziale Integration" - wurden am 11. Dezember 2019 in Brüssel mit einem Kongress gewürdigt. Zahlreiche Akteure aus dem Bereich der Armutsbekämpfung waren mit von der Partie.

Stephanie Heidner und Christine Quoilin (Ministerium), Christophe Blanckaert und Emily Clissold (Dienst zur Armutsbekämpfung)

In diesem Rahmen ist zudem der 10. Armutsbericht des Dienstes zur Armutsbekämpfung vorgestellt worden, welcher sich dem Thema "Nachhaltigkeit und Armut" widmet. Ziel des diesjährigen Berichtes war es den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Armut aufzuzeigen, aber auch wie man als Armutsbetroffener mit dem Thema Nachhaltigkeit umgeht bzw. wie Themen der Nachhaltigkeit auf Armutsbetroffene wirken, z.B.: Klimawandel, Umweltverschmutzung oder der Zugang zu Naturräumen.

Um in dem Armutsbericht auch die Situation der Deutschsprachigen Gemeinschaft einfließen zu lassen, fanden einige Monate zuvor in Eupen gemeinsam mit dem Dienst aus Brüssel Workshops statt, bei dem rund 30 Akteure aus dem Sozialbereich aus Ostbelgien ihre Erfahrungen und Ansichten mitteilten.

Zur Auswahl standen die folgenden Workshops:

  • Verschmutzung, Zugang zur Gesundheitsversorgung und Beschäftigung
  • Zugang zur Natur, Nachhaltiger Konsum und Mobilität
  • Wasser und Energie

Auf der Homepage des Dienstes finden Sie den aktuellen Armutsbericht in französischer Sprache, eine deutsche Zusammenfassung wird ebenfalls zeitnah veröffentlicht.

Ein kleiner Rückblick

Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen. (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)

Im März 1992 ist mit der Regierungserklärung und dem Thema einer "Gesellschaft der Solidarität" der Grundpfeiler für die gemeinsame Erstellung des Allgemeinen Armutsberichtes (1994) gelegt worden. Dieser entstand in Zusammenarbeit der Regierung, der Städte und Gemeinden, der ÖSHZ, der Verbände sowie Organisationen und hatte zum Ziel die strukturellen Ursachen von Armut zu analysieren und das Thema in den Fokus der Politik zu rücken.

Vier Jahre später, am 5. Mai 1998, ist in Brüssel ein weiterer Schritt in der Armutspolitik getätigt worden: die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens zwischen dem Föderalstaat, den Gemeinschaften und den Regionen über die Kontinuität in der Politik im Bereich der Armut. Laut dem Kooperationsabkommen sind prekäre Lebensumstände, Armut und soziale, wirtschaftliche und kulturelle Ausgrenzung ein Angriff auf die Menschenwürde und die Menschenrechte, wobei hierzu auf die universelle Erklärung der Menschenrechte verwiesen wird.

Aus diesem Kooperationsabkommen heraus gründete sich im Jahr 1999 der "Dienst zur Armutsbekämpfung, prekären Lebenssituationen und soziale Integration". Dieser hat sich zur Aufgabe gemacht mit Akteuren aus Verwaltung, Wirtschaft und Organisationen in den Dialog zu treten und das Thema Armutsbekämpfung anzugehen, u.a. durch die Veröffentlichung eines zweijährlich erscheinenden Armutsberichtes.

Rechtsstehend finden Sie unter den Links folgende Dokumente:

  • Allgemeiner Bericht zur Armut (1994)
  • Kooperationsabkommen (1998)
  • 10. Armutsbericht (2018-2019)