Virtueller Rundgang

Haus und Garten Gospertstraße 42 entdecken!

Sie wollten immer mal hinter die Türen des Hauses Gospertstraße 42 schauen? Dank 360°-Technologie ist dies nun virtuell möglich. Klicken Sie in den Artikel und entdecken Sie einen Teil des Gebäudes sowie den Garten!

Informationen zu allen geschützten Denkmälern können Sie schon seit einigen Jahren im Kulturerbeportal oder vor Ort mithilfe eines QR-Codes auf den Denkmalplaketten abrufen. Ein virtueller Rundgang der Denkmäler bietet durch die 360°-Technologie einen weiteren erheblichen Mehrwert für die Digitalisierung von historischen Gebäuden, Kirchen oder Denkmälern.

Haus Gospertstraße 42 in Eupen

Den Anfang unserer Serie der virtuellen Rundgänge der Denkmäler macht das Haus Gospertstraße 42 mit seinem schönen Garten. Entdecken Sie einen Teil des Gebäudes und die höher gelegene Gartenanlage des ehemaligen Tuchmacherhauses aus dem 18. Jahrhundert.

Rechts entlang der Umfassungsmauer führt ein Treppendurchgang zum Färbergarten des Stadtmuseums. Beide Gärten sind übrigens auch öffentlich zugänglich.

 

Entstehungsgeschichte des Gebäudes

Das Hauptgebäude wurde Anfang des 18. Jahrhunderts durch die Familie De Reul errichtet. Es gab an gleicher Stelle allerdings bereits ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, wie eine dendrochronologische Untersuchung an Holzbalken im Erdgeschoss des Gebäudes beweisen konnte. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage um die beiden Flügel im Innenhof erweitert.

Als der Besitz 1849 in die Kaufmannsfamilie The Losen überging, nahmen diese größere Umbaumaßnahmen vor:

  • Sie haben das Gebäude dem damalig modernen Zeitgeschmack angepasst (Mittelrisalit an der Fassade, Errichtung des repräsentativen Treppenhauses).
  • Sie haben der aufsteigenden Tuchmanufaktur genügend Platz zum Arbeiten gegeben.

So brachte die Familie in der Anlage mehrere Textilateliers, überwiegend in den beiden Seitenflügeln, unter.

Aber schon gut 50 Jahre später (1896) wurde das Gebäude bis 1986 als Bank genutzt. Ab 1999 wurde es ein Schulgebäude und im Jahr 2008 vollständig durch die Deutschsprachige Gemeinschaft restauriert. Seit Anfang 2009 beherbergt die Anlage die Büros der Euregio Maas-Rhein und den Sitz des Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Innenhof und Gartenanlage

Im Zuge der Restaurierung der Gebäude wurde die Gartenanlage wieder instand gesetzt. Durch die hinteren Gebäudeteile entsteht ein großer Innenhof mit der originalen Pflasterung aus dem 18. Jahrhundert. An dessen Ende befindet sich die Stützmauer des höher gelegenen Gartens, welcher über eine große geschwungene fünfzehnstufige Treppenanlage erreichbar ist.

Links der Treppe, in der Mauer eingelassen, ist eine große rundbogige Nische mit muschelförmigem Brunnenbecken. Auf der Stützmauer stehen vier mit Vasen geschmückte Blausteinpfeiler, die durch ein schmiedeeisernes Gitter aus Rundeisenstäben verbunden werden. In der Mitte des Gartens befindet sich ein kreisrunder Springbrunnen, der im Zuge der Restaurierung wiederhergestellt wurde.

Eine weitere kleine Treppe führt auf die obere Ebene mit einem alten Baumbestand. Am Ende dieses Gartens befanden sich weitere Ateliers und die Arbeiterwohnungen. Auffallend ist der daran angebaute Gartenpavillon mit schmiedeeisernem Gitter und den Initialen T und L (The Losen).