Europa

Grenzüberschreitende Stromversorgung für die Zukunft

Spannung: Interregprojekt "Energiewaben GR" im Finale der Regiostars Awards

Die Regiostars Awards zeichnen die innovativsten regionalen Projekte Europas aus. Von 199 Bewerbungen hat das Interregprojekt "Energiewaben GR" es ins Finale geschafft. Stimmen auch Sie für diese teils ostbelgische Initiative!

Was steckt hinter den Regiostars Awards?

Jährlich organisiert die EU Kommission die "RegioStars Awards", um innovative, regionale Projekte - natürlich durch EU-Mittel gefördert - zu küren. In der Kategorie "Förderung der digitalen Transformation" hat das Interregprojekt "Energiewaben der Großregion" es dieses Jahr in das Finale geschafft.

Auch Ostbelgien ist an diesem Projekt beteiligt. Seit 2017 arbeiten Courant d'Air, Cociter und das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit Partnern aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich an einem Konzept, um Lösungen für eine grenzüberschreitende Stromversorgung aus erneuerbaren Energien zu finden.

Noch bis zum 9. September gibt es die Möglichkeit, eine Stimme für das Projekt auf der Website der "RegioStars Awards" abzugeben.

Was soll bei dem Projekt rauskommen? Und was ist eine Energiewabe?

Ein Konzept, um sich besser in puncto Energieproduktion und -verbrauch abzustimmen. Darauf zielt das Interreg VA-Projekts „Energiewaben - Regionale Energieversorgung der Großregion" ab.

Auf der Agenda steht auch, mehr erneuerbare Energien auf regionaler Ebene zu erzeugen. Die Lösung: Energiewaben! Das sind abgegrenzte Gebiete mit einem virtuellen "Energiemengenkonto". Falls es Überschüsse an produzierter Energie gibt, soll diese an die benachbarten Waben weitergeleitet werden.

„Das kann man sich wie Bienenwaben vorstellen, die unter Berücksichtigung des Füllstands von Nachbarwaben mit Honig befüllt werden. Deshalb haben wir uns für diese Bezeichnung für unser Projekt entschieden", erläutert Barbara Dröschel. Sie ist die Projektkoordinatorin beim Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme.

„Wichtig ist uns auch der Hinweis, dass die Energiewaben nicht autark sind, sondern weiterhin am Netz der öffentlichen Versorgung angeschlossen bleiben", so Dröschel.

Zum Projekt gehört auch, die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen zu prüfen. Es ist wichtig zu wissen, wie ein grenzüberschreitender Stromaustausch zwischen den verschiedenen Waben in der Zukunft funktionieren könnte.

Wo genau befinden sich die vier Energiewaben für die Großregion?

Bisher entstanden Konzepte für Energiewaben an folgenden Orten:

  • Metz (F)
  • Remich (L)
  • Trier (D)
  • Ostbelgien (B)

Damit jede Wabe die Möglichkeit hat, sich selbst zu regulieren, werden Smart-Grids, virtuelle Kraftwerke und eine Leitzentrale, integriert.

Ein Smart-Grid ist ein intelligentes Stromnetz, das die kommunikative Vernetzung innerhalb einer Wabe gewährleistet. Ein virtuelles Kraftwerk ist die Zusammenschaltung von dezentralen Stromerzeugungseinheiten, die innerhalb einer Wabe vorhanden sind.

Indem die Schaltung von Energieerzeugung und -verbrauch über die Leitzentrale und durch Speichermöglichkeiten abgestimmt wird, können vermehrt erneuerbare Energien den Bedarf abdecken.

Das Projekt wird über das europäische Programm Interreg VA „Großregion“ gefördert. Insgesamt sind daran sieben Partner aus der Großregion beteiligt. Dabei handelt es sich um das IZES aus Saarbrücken, das auch Projektleiter ist, die Stadtwerke Trier (SWT), die Stadtwerke Metz (uem), die Dutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, die belgische Energiegenossenschaft Courant d'air, der belgische Stromversorger Cociter, die Stadt Remich und deren Versorger Eida in Luxemburg.