Kultur

Sammeln, bewahren, entdecken

Das Kulturerbearchiv ist das Online-Gedächtnis für Ostbelgiens Kulturgeschichte

Ostbelgien verfügt über eine spannende und vielseitige Kulturgeschichte. Das verrät insbesondere ein Blick in das digitale Kulturerbearchiv. Von der Postkarte bis zum Video finden Nutzer dort ganz unterschiedliche Exponate mit eigener Geschichte.

Im Jahr 2011 wurde das Kulturerbearchiv ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, die zunächst als interne Anwendung für den Bereich Kulturerbe des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft entwickelt wurde. Die Sammlungsbestände des Ministeriums aus den Bereichen Kunstsammlung, Archiv der Denkmalpflege und Archäologische Funde sowie Archiv wurden seitdem digitalisiert und auf dem Kulturerbeportal öffentlich zugänglich gemacht.

Heute ist die Datenbank als Herzstück des Kulturerbeportals nicht nur Wissensspeicher, sondern mit seinen zahlreichen Einträgen auch eine unverzichtbare Quelle. Denn in dem Archiv kann über eine nutzerfreundliche Stichwortsuche mit wenigen Klicks recherchiert werden. Unter anderem sind dort Objekte in folgenden Kategorien aufgeführt:

  • Zeitungen
  • Videos
  • Landkarten
  • Gebrauchsgegenstände
  • Postkarten
  • Fotos
  • Kunstwerke
  • Poster
  • Gesprochene Dialekte
  • Radiobeiträge
  • Denkmäler
  • Verträge
  • Archäologische Funde

Wozu dient die digitale Quellensicherung?

Das Kulturerbearchiv erfüllt als zentrale „Anlaufstelle“ folgende Funktionen:

  • langfristiger Erhalt des Kulturerbes
  • Schutz vor Informationsverlust durch Technologiewandel
  • freier Zugang zum kulturellen Wissen
  • Teilhabe der Ostbelgier am regionalen Erbe
  • Steigerung der Sensibilität des kulturgeschichtlichen Wertes
  • Verwaltung der Bestände/Inventarisierung.

Die Datenbank verfügt außerdem über einige interessante technische Anwendungen. So können zum Beispiel virtuelle Rundgänge oder 360°-Ansichten von Objekten erstellt werden. Darüber hinaus gibt es eine sogenannte OCR-Erkennung von Text-, Audio- und Videodateien.

Zusammenarbeit mit dem ZOG

Ein weiterer Meilenstein: 2015 wurde das Zentrum für ostbelgische Geschichte (ZOG) Partner des Kulturerbearchivs. Damit kamen einige neue Funktionen hinzu. In erster Linie wurde die Datenbank technisch weiterentwickelt, sodass eine Nutzung durch externe Partner möglich wurde und die Datenbank durch ein Intranet und ein Open Intranet erweitert wurde.

Seit 2017 können auch Museen, Geschichtsvereine, Privatsammler sowie Kirchenfabriken das Kulturerbearchiv als Datenbank zur Quellensicherung (Inventarisierung, Digitalisierung, Veröffentlichung) kostenlos nutzen. 18 Geschichtsvereine bzw. Privatsammler von Kelmis bis Ouren werden momentan durch das Zentrum für ostbelgische Geschichte betreut, u. a. mit gezielten Schulungen zur digitalen Archivierung und dem Umgang mit dem Kulturerbearchiv. Weitere Vereine sind herzlich willkommen.

Das Schöne: Die archivierten Text-, Bild-, Video- und Audiodaten werden nicht nur im Kulturerbearchiv anderen Interessierten zugänglich gemacht, sie können auch auf den Webseiten der jeweiligen Vereine gespiegelt werden. „Wir haben ein sehr großes Interesse daran, diese für Ostbelgien so wichtigen historischen und kulturellen Dokumente langfristig zu sichern und zugänglich zu machen. Nur so ist eine aktive historisch-politische Bildungsarbeit möglich und macht Geschichte Spaß“, erklärt Tobias Dewes vom Zentrum für ostbelgische Geschichte.

Vereine, Arbeitsgruppen und Privatpersonen, die ihre Bestände dem Kulturerbearchiv zur Verfügung stellen möchten, können sich beim ZOG melden:

Stöbern Sie nach Herzenslust im Kulturerbearchiv! (siehe Links)