REK-Zukunftsprojekt „Wirtschaften mit der Natur“: Arbeiten am „Energieleitbild“ für die Deutschsprachige Gemeinschaft beginnen

Am Anfang des aufwändigen Prozesses "Erstellung eines Energieleitbildes für die DG" steht eine detaillierte Bestandsaufnahme der DG. Auf Basis der daraus resultierenden Energiebilanz werden kurz- und mittelfristig umsetzbare Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Ausbau der erneuerbaren Energien  in allen Bereichen erfasst. In einem weiteren Schritt werden eine langfristige Vision, ein Fahrplan mit konkreten Maßnahmen sowie ein Finanzierungs- und Umsetzungsplan für die DG erarbeitet. Durch verschiedene Workshops und Fachforen, die zusammen mit dem Wuppertal Institut durchgeführt werden, soll während des gesamten Prozesses die aktive Einbindung der Gemeinden, der sogenannten „Stakeholder“ und der Bürger garantiert werden.
Eine detaillierte Beschreibung des Gesamtprozesses steht unten auf der Seite zum Download bereit.
 

Aktions- und Informationswoche zum Thema „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz“ Anfang Oktober: Vorstellung des Projektes im Parlament, vor Vertretern der Gemeinden und verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren

Die oben erwähnte Einbindung der gesellschaftlichen Akteure und die aktive Beteiligung der Bürger ist ein wichtiger Bestandteil des Prozesses zur Erstellung eines Energieleitbildes für die DG. Aus diesem Grund stand die erste Oktoberwoche ganz im Zeichen der erneuerbaren Energien und dem Ziel, die DG zur bilanziell CO2-neutralen Modellregion in Belgien zu machen. Zwischen dem 1. und dem 5. Oktober organisierte das Ministerium in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut deshalb verschiedene Präsentationen und Workshops zu den Themen „Erneuerbare Energie“ und „Energieeffizienz“, von denen in den folgenden Abschnitten detailliert berichtet wird.
 

Vorstellung des Projektes im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Den Auftakt der „DG-Energiewoche“ bildete eine Präsentation des Projektes im Ausschuss I des Parlaments der DG am Montag, den 1. Oktober 2012. Projektleiter Oliver Wagner vom Wuppertal Institut und seine Kollegin vom Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH (BET) in Aachen, Fiona Lecour, präsentierten den Parlamentariern die geplante Vorgehensweise zur Erstellung eines Energieleitbildes für die DG. Für Interessierte, die sich detaillierter zur Vorgehensweise und den Hintergründen des Projektes informieren wollen, steht die Präsentation unten auf dieser Seite zum Download zur Verfügung.
Im Anschluss an die etwa einstündige Vorstellung gab es reichlich Zeit für Fragen und zum Austausch. Grundsätzlich wurde der Ansatz und die Tatsache, dass die DG sich diese ehrgeizige Aufgabe gestellt hat, gelobt und es kamen hauptsächlich Verständnisfragen und Nachfragen im Bezug auf die genaue Vorgehensweise bei Bestandsaufnahme und Potenzialanalyse, sowie Rückfragen zu Initiativen wie dem Konvent der Bürgermeister. Oliver Wagner stellte klar, dass alle Aktivitäten in enger Rücksprache mit anderen Initiativen stattfinden werden und gemeinsame Ansätze sowie eine enge Zusammenarbeit angestrebt wird.

Am Donnerstag und Freitag der gleichen Woche, dem 4. und 5. Oktober 2012, fanden zwei weitere Veranstaltungen zum Thema „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz“ statt. Ministerpräsident Lambertz begrüßte die Teilnehmer zu Anfang der beiden Versammlungen, bevor mit den Experten des Wuppertal Instituts und der BET in die eigentliche Arbeit eingestiegen wurde.


Arbeitssitzung zum Thema Energie mit Vertretern der Gemeinden

Die erste Arbeitssitzung am 4. Oktober 2012 richtete sich an Vertreter aus den Verwaltungen aller Gemeinden der DG. Nach einer einleitenden Vorstellung durch Projektleiter Oliver Wagner ging eine der Gebäudeexpertinnnen des Wuppertal Instituts, Frau Anja Bierwirt, konkret auf die Rolle von kommunalen Gebäuden bei der Erstellung der Bestandsaufnahme und der Energiebilanz sowie auf die dort vorhandenen Einsparmöglichkeiten und Potenziale ein. Als letztes Thema der Versammlung wurde von Herrn Jacques Probst aus dem Infrastrukturdienst des Ministeriums die derzeitige Ausarbeitung eines Erlasses zum nachhaltigen Bauen und Renovieren vorgestellt. Hier wird es einen Paradigmenwechsel bei der Bezuschussung von Infrastrukturvorhaben geben, indem diese demnächst wesentlich enger an Nachhaltigkeits- und Energiekriterien geknüpft werden. Bei allen Themenbereichen gab es die Möglichkeit für Rückmeldungen und Verständnisfragen und auch im Anschluss an die Veranstaltung wurde weiter diskutiert und zu dieser komplexe Materie ausgetauscht. Die Präsentationen können unten auf der Seite heruntergeladen werden.

Um die Anwesenheit der Berater des Wuppertal Instituts und BET in Eupen optimal zu nutzen, fanden im Nachmittag des 4. Oktobers verschiedene bilaterale Sitzungen statt. So wurde etwa mit verschiedenen Netzbetreibern ausgetauscht, die bei der Datenbeschaffung und der zukünftigen Entwicklung von erneuerbaren Energien eine Schlüsselrolle spielen. Im Hinblick auf einen engen Kontakt zum Bürger und zur hiesigen Wirtschaft wurde darüber hinaus mit der Verbraucherschutzzentrale überlegt, welche Möglichkeiten es als Ergänzung zu den Beratungs-Dienstleistungen der Wallonischen Region gibt und wie langfristig eventuell eine „Energieagentur“ für die DG aufgebaut werden kann. Treffen mit weiteren wichtigen Akteuren sind beim nächsten Besuch der Wuppertaler in der DG geplant.

Zum Abschluss des Tages machte sich eine kleine Expertengruppe auf den Weg nach St. Vith, um eines der guten Beispiele in der Region zu besuchen. André Servais, Betriebsleiter der Stadtwerke St. Vith, führte die Kollegen des Wuppertal Instituts fast zwei Stunden lang durch das Nahwärmenetz der Stadt, an das zwei Schulen, das Sportzentrum und das Rathaus angeschlossen sind. In jahrelanger Kleinarbeit hat André Servais die Anlage immer weiter optimiert, so dass seine Erfahrungen mit der Installation auch anderen Gemeinden nutzen könnten..

 

Ideenworkshop mit Vertretern verschiedener Interessensgruppen zum Thema Energie

Am Freitag, den 5. Oktober, waren dann verschiedene gesellschaftliche Akteure - so genannte „Stakeholder“ - eingeladen, sich über die Vorgehensweise beim Teilprojekt „Modellregion für Energieeffizienz und erneuerbare Energien - Energieautarke DG“ zu informieren und zu diesem Thema auszutauschen. Hier waren unter anderem Vertreter aus der Wirtschaft, dem Energiesektor, der Landwirtschaft, der ländlichen Entwicklung, dem Verbraucherschutz, der Energieberatung sowie zum Thema Mobilität vertreten. Nach der allgemeinen Vorstellung des Projektes durch Projektleiter Oliver Wagner ging Steven März vom Wuppertal Institut detailliert auf das erste Arbeitspaket der Energieleitbilderstellung - die Bestandsaufnahme - ein. Die entsprechende Präsentation steht unten auf dieser Seite zum Download zur Verfügung.
Nach den Präsentationen folgte eine lebhafte Diskussion, bei der klar wurde, dass das Thema „Energie“ in der DG auf breites Interesse stößt. Auch nach der Sitzung saßen viele Teilnehmer noch beisammen und tauschten sich zu den verschiedenen Aspekten der Sitzung aus.

 

Pressekonferenz als Abschluss der „Energiewoche“

Um die Informationen auch über die explizit eingeladenen Akteure hinaus zu streuen und die breite Bevölkerung vom Auftakt des Prozesses für die Erstellung eines Energieleitbildes zu informieren, fand am Freitagmittag eine Pressekonferenz statt. Zahlreiche Vertreter der hiesigen Medien erschienen - was wiederum das Interesse am Thema „Energie“ belegt, insbesondere so kurz vor den Kommunalwahlen. Nach einer Einleitung von Ministerpräsident Lambertz und einer kurzen Vorstellung durch den Projektleiter des Wuppertal Instituts, Oliver Wagner, wurde den Journalisten Raum für Fragen und Interviews gelassen. Bei Interesse an den verschiedenen Presseberichten können Sie sich gerne an die zuständige Projektleiterin, Frau Inga Klawitter, im Ministerium der DG wenden.


Wie geht es weiter?

In den nächsten Monaten steht allen im Projekt Beteiligten nun die große Aufgabe der Datensammlung und Bestandsaufnahme bevor. Wenn erste Ergebnisse vorliegen, soll das Projekt dann der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Alle Bürger sind dazu herzlich zu den Abendveranstaltungen am 20. Februar 2013 im Europasaal in Eupen und am 26. Februar im Triangel in St. Vith eingeladen, um sich über die Vorgehensweise hin zu einer „Modellregion für Energieeffizienz und erneuerbare Energien“ in Belgien zu informieren. Ein weiteres wichtiges Thema wird an diesen Abenden die Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien sein. Konkrete Vorträge zu verschiedenen Anlageformen und Möglichkeiten wie dem Bürgercontracting sind geplant, da solch alternative Finanzierungsoptionen besonders in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrisen sicherlich interessante Möglichkeiten bieten. Mehr Informationen zu diesen Veranstaltungen folgen gegen Ende des Jahres. Für die, die im Februar an keinem der beiden Termine teilnehmen können, wird das Thema „Energie“ neben anderen REK-Themen auch während der Runde durch die Gemeinden im Frühjahr 2013 noch einmal zur Debatte stehen.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu dem Projekt? Wir freuen uns über Ihre Reaktionen!