Krätze: eine ansteckende und stark juckende Hautkrankheit

Krätze ist gut behandelbar, auch wenn sie unangenehm und ansteckend ist. Erfahren Sie, wie Sie Krätze erkennen und bei Ansteckung oder im Kontaktfall vorgehen müssen.

Was ist Krätze?

Krätze ist eine weitverbreitete, ansteckende, stark juckende Hautkrankheit. Sie wird auch Skabies (vom Lateinischen "scabere" abgeleitet, was "kratzen" bedeutet) oder Acarodermatitis genannt.

Der Verursacher: die Krätzmilbe

Ein winziger Parasit (hauptsächlich Sarcoptes scabiei) verursacht die Krankheit. Er misst weniger als 0,5 mm und ist mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Die Krätzmilbe dringt in die obere Hautschicht ein, gräbt kleine Gänge und legt dort Eier und Kot ab. Sie verbreitet sich so über Wochen.

Die Reaktion auf die Milbenausscheidungen verursacht nach einiger Zeit den Juckreiz. Dies verleitet zum Kratzen, woher auch der Name stammt. Dadurch entstehen Hautreaktionen und das typische Hautbild der Krätze.

Unangenehm und ansteckend

Diese Krankheit kann durch den starken Juckreiz sehr unangenehm und belastend sein. Sie ist zudem äußerst ansteckend. Sie ist aber gut behandelbar.

Dabei haben Krätzmilben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Genauso wie bei Läusen handelt es sich bei Krätze schlicht um einen Parasitenbefall.

Das heißt, häufiges Waschen schützt nicht davor, dass man sich ansteckt. Genau so wenig wie unregelmäßiges Waschen die Chance darauf erhöht, sich mit Krätze anzustecken.

Allerdings haben infizierte Personen bei unhygienischen Verhältnissen mehr Milben auf der Haut. Das macht eine Übertragung wahrscheinlicher.

Das Gemeinschaftsleben begünstigt die Verbreitung.

Ähnlich wie Läuse breiten sich Krätzmilben dort aus, wo viele Menschen zusammenkommen:

  • Wohn- und Pflegezentren für Senioren
  • Kindergärten
  • Schulen
  • Krankenhäuser

Die Krätze kann auch während der Schwangerschaft auftreten, beeinträchtigt aber weder den Verlauf der Schwangerschaft noch den Fötus.

Bei kranken Menschen, deren Allgemeinzustand sich verschlechtert hat, kann es zu einer schwereren Form der Krätze kommen. Man spricht dann von profuser oder hyperkeratotischen Krätze. In diesen Fällen ist die Person ansteckender und es sind zusätzliche Hygienemaßnahmen erforderlich

Wie kann ich mich mit Krätze anstecken?

Skabiesmilben verbreiten sich von Mensch zu Mensch. Sie können sich hauptsächlich bei engem und länger anhaltendem Hautkontakt (10-15 Minuten) mit einer infizierten Person anstecken. Etwa beim Spielen, Kuscheln, bei intensiver Betreuung und Pflege, beim Schlafen im gleichen Bett, beim Tragen der Kleidung der infizierten Person oder beim Geschlechtsverkehr.

Hinweis: Milben können außerhalb des Körpers bis zu zwei Tagen in Kleidung und Bettwäsche überleben.

Kurzes Händeschütteln oder eine kurze Umarmung sind in der Regel ohne Ansteckungsrisiko. Die Milben fliegen und springen nicht. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass Sie sich die Hände mit Wasser und Seife waschen, nachdem Sie Körperkontakt mit einer angesteckten Person hatten.

Gut zu wissen: Eine Person mit Krätze ist schon lange ansteckend, bevor Symptome auftreten. Daher kann sie ihre Mitmenschen infizieren, ohne es zu wissen.

Sie können sich im Laufe Ihres Lebens mehrmals mit Krätze anstecken, da Sie dagegen nicht immun werden.

Woran kann ich Krätze erkennen?

Krätze zu diagnostizieren, kann schwierig sein. Kontaktieren Sie bitte einen Arzt.

Anzeichen der Krankheit:

  • brennende Haut und starker Juckreiz: Der Juckreiz tritt zwei bis sechs Wochen nach der Ansteckung der Person auf. Er ist oft nachts am stärksten und kann sich auf den ganzen Körper ausbreiten
  • stecknadelgroße Bläschen, gerötete Pusteln oder Knötchen: Je nachdem sind sie mit Eiter oder Flüssigkeit gefüllt.
  • feine dunkle und unregelmäßige Linien in der Haut, schwer erkennbar mit dem bloßen Auge
  • verletzte Hautstellen durch Kratzen
  • Krusten (nach Aufplatzen der Bläschen)

Krätze tritt typischerweise an folgenden Körperstellen auf:

  • Zwischenräume von Fingern und Fußzehen
  • Handgelenke
  • Knöchel
  • Achseln
  • Ellenbogenfalten und Kniekehlen
  • Brustwarzen
  • um den Bauchnabel
  • Genitalien
  • Fußsohlen

Normalerweise befällt die Krätze nicht die Kopfhaut und das Gesicht - außer bei Säuglingen.

Wie kann ich mich gegen Krätze behandeln lassen?

Treten die genannten Krankheitszeichen auf oder wenn Sie Verdacht auf Krätze haben, sollten Sie umgehend Ihren Hausarzt aufsuchen.

Ohne Behandlung, keine Heilung

Krätze heilt nicht von allein, eine Behandlung ist notwendig, denn der Parasit überlebt und entwickelt sich ständig unter der Haut weiter. Die Behandlung ist nur wirksam, wenn sie genau befolgt wird.

Die Behandlung erfolgt innerhalb von 24 Stunden und besteht aus Medikamenten und der Desinfektion der Umgebung.

Wichtig: Wenn Sie mit Krätze infiziert sind, sind Sie schon lange ansteckend, bevor die Symptome erscheinen. Somit können Sie Ihr ganzes Umfeld unbeabsichtigt und ohne es zu wissen anstecken.

Wie genau funktioniert die medizinische Behandlung?

Die Behandlung erfolgt auf ärztliche Verordnung in Form von Salben oder Tabletten.

Wichtig: Die Behandlung tötet die Eier nicht ab. Es ist unerlässlich, dass Sie die Behandlung nach acht bis vierzehn Tagen wiederholen, wenn Sie infiziert sind.

Nach der ersten Behandlung können der Hautausschlag und der Juckreiz mehrere Tage und bis drei Wochen anhalten. Es kann hilfreich sein, Feuchtigkeitscreme aufzutragen.

In der Regel ist die Person 24 Stunden nach der Behandlung nicht mehr ansteckend. Wenn die Symptome nach vier Wochen immer noch vorhanden sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Unbehandelt verläuft die Skabies häufig chronisch. Es gibt keine Impfung gegen Krätze.

Wichtig: Ihre Kontaktpersonen sollten auf Symptome einer Krätze untersucht und zeitgleich mitbehandelt werden, auch wenn sie keine Symptome haben. Es geht um Personen, mit denen Sie unter einem Dach leben und/oder intim sind. Eine einmalige Behandlung reicht.

Wie desinfiziere ich meine Umgebung?

Neben der medikamentösen Therapie sollten Sie gleichzeitig folgende Maßnahmen ergreifen, um Ihre Umgebung von Milden zu befreien und somit einer weiteren Ansteckung vorzubeugen.

Hinweis: Am besten desinfizieren Sie Ihr Zuhause frühestens acht Stunden nach der Behandlung (ob Salbe oder Tablette). Die medikamentöse Behandlung sollte bei allen Personen, die im selben Haushalt leben, zur gleichen Zeit durchgeführt werden.

Die Milben verstecken sich überall dort, wo sich Hautreste ablagern können. Bei Raumtemperatur überleben die Parasiten einige Tage in der Umgebung. Dies hängt jedoch von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit ab.

Die Wäsche und Textilien:

  • Nachdem Sie das Medikament eingenommen oder aufgetragen haben, sollten Sie vollständig frische Kleidung anziehen und die Bettwäsche wechseln.
  • Waschen Sie die gesamte Wäsche, die seit drei Tagen vor und bis zu 24 Stunden nach Beginn der Behandlung mit der Haut der infizierten Person in Berührung gekommen ist. Waschen Sie sie bei mindestens 60°C.
  • Was nicht gewaschen werden kann, frieren Sie 24 Stunden bei -18°C ein oder isolieren es in einem hermetisch verschlossenen Plastikbeutel für drei Tage bei Raumtemperatur.
  • Falls Körperkontakt mit infizierten Personen erforderlich ist, etwa bei Kindern oder Pflegebedürftigen, sollten Sie langärmlige Kleidung und Einmalhandschuhe tragen

Das Haus:

  • Milben überleben auch, wenn man Desinfektionsmittel nutzt. Sie können entfernt werden, indem Sie glatte Oberflächen waschen. Das Reinigungsmaterial müssen Sie wegwerfen oder waschen.
  • Reinigen Sie die Wohnung mit einem normalen Reinigungsmittel. Milbenbekämpfungsmittel nutzen Sie am besten nur auf ärztlichen Rat
  • Saugen Sie alle Matratzen, Sessel, Autositze, Kinderwagen usw. gründlich ab. Große Teppiche können Sie zusammenrollen und 7 Tage in die Ecke eines Raumes legen
  • Behandeln Sie die Teile, die nicht in die Maschine passen, mit Dampf. Setzen Sie einen Dampfreiniger fünf Sekunden lang auf jeden Bereich an. Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie den Staubsauger leeren oder den Beutel wechseln.

Wie lange bin ich ansteckend?

24 Stunden nach der verschriebenen Behandlung sind Sie nicht mehr ansteckend und können beispielsweise wieder Ihren Arbeitsplatz besuchen.

Dies gilt auch für Ihre Kinder und die Schule oder Kinderbetreuungsstelle. Ärztliches Fachpersonal bestätigt schriftlich, dass die Behandlung erfolgt ist.

Betroffene müssen die Gemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung und über den Verdacht auf diese Erkrankung informieren.

Befindet sich die angesteckte Person in einer Wohn- oder Pflegeeinrichtung, sind die Maßnahmen mit dem Koordinationsarzt abzuklären.

Wann gelte ich als Kontaktperson?

Wenn Sie mit einer infizierten Person in Kontakt gekommen sind:

  • durch Hautkontakt für mindestens 15 Minuten
  • durch Geschlechtsverkehr
  • wenn Sie unter demselben Dach leben, auch in Studentenwohnungen
  • wenn Sie an gemeinsamen Aktivitäten mit Körperkontakt teilgenommen haben, beispielsweise beim Kontaktsport oder bei Feiern mit Freunden

Was soll ich tun, wenn ich ein Kontaktfall bin?

  • Nehmen Sie eine Einzeldosis der Behandlung, die Sie auf ärztliche Verordnung erhalten.
  • Reinigen Sie Ihre Umgebung und behandeln Sie die gemeinsam genutzten Textilien wie Teppich, Sofa oder Kissen.
  • Achten Sie sechs Wochen lang nach dem Kontakt auf Symptome.

Vereinbaren Sie im Zweifelsfall einen Termin mit Ihrem Hausarzt.