Kontakt-Tracing und die Deutsch·sprachige Gemeinschaft

Wir verändern zurzeit die strengen Corona-Regeln und
jeder bekommt wieder mehr Freiheiten.
Aber die Regeln müssen wir langsam verändern. Nach und nach.
Und wir müssen dabei Corona unter Kontrolle halten.
Damit die Krankheit nicht wieder zurück kommt.

Quelle: Melanie Magney

Wie können wir Corona kontrollieren?

Belgien und auch die Deutsch·sprachige Gemeinschaft
haben dazu ein neues Vorhaben.
Das Vorhaben ist nur für eine bestimmte Zeit vorgesehen.
Es soll helfen,
damit wir Corona besser kontrollieren können.
Und weniger Menschen Corona bekommen.

Dieses Vorhaben heißt „Kontakt-Tracing“.
„Kontakt-Tracing“ ist teilweise Englisch und bedeutet:
Frühere Kontakte von kranken Personen finden.
Mit wem war die Person gestern und vorgestern zusammen?
Diese Menschen wollen wir finden und sie prüfen.
Sind sie gesund? Oder haben sie auch Corona?

Wir möchten mit dem Kontakt-Tracing verhindern,
dass wieder mehr Menschen krank werden.
Wir möchten nicht mehr zurück zu den strengen Kontakt-Regeln.
Wenn dann nur wenige Personen Corona haben,
müssen deswegen nicht alle wieder zuhause bleiben.
Es reicht dann aus,
dass nur die Kranken und ihre Kontakt-Personen zuhause bleiben.

Warum ist Kontakt-Tracing wichtig?

Ein Kranker soll möglichst wenig andere Menschen anstecken.
Dann gibt es immer weniger Kranke und
wir können Corona bald besiegen.
Das Kontakt-Tracing kann dabei helfen.

Jeder Corona-Kranke wird vom Arzt gemeldet.
Danach ist es wichtig,
allen Kontakt-Personen von dem Kranken Bescheid zu geben.
Diese Aufgabe erledigt das Kontakt-Tracing.
Die Mitarbeiter vom Kontakt-Tracing rufen die Kontakt-Personen an.
Sie informieren sie und beraten sie.
Wenn die Kontakt-Personen sich dann selbst testen lassen,
kann die Verbreitung von Corona verhindert werden.

Das Kontakt-Tracing ist eine zusätzliche Maßnahme.
Natürlich müssen alle weiterhin die Hygiene-Regeln beachten.
Alle müssen bei Kontakten den Sicherheits-Abstand einhalten.
Aber wenn das zusätzliche Kontakt-Tracing erfolgreich ist,
können die Corona-Regeln schneller gelockert werden.
Dann können wir bald hoffentlich wieder wie vorher leben.

Wer macht das Kontakt-Tracing?

Es sind Mitarbeiter aus dem Ministerium,
die das Kontakt-Tracing durch·führen
Diese Mitarbeiter haben eine besondere Ausbildung gemacht.
Sie arbeiten vor allem über das Telefon.
Sie suchen die Kontakt-Personen von erkrankten Personen und
rufen diese an.
Sie erklären ihnen,
dass sie mit einem Corona-Kranken Kontakt hatten.
Die Mitarbeiter fragen auch,
ob die Kontakt-Person selbst krank ist.

Wie werden die Personen kontaktiert?

Die Mitarbeiter rufen von dieser Nummer aus an: 02 / 214 19 19.
Wenn aber während 24 Stunden niemand ran geht,
kommen die Mitarbeiter zu der Person nach Hause.

Was passiert beim Kontakt-Tracing?

Wir erklären hier die Reihen·folge mit einem Beispiel:
Ein Haus·arzt glaubt,
dass sein Patient sich mit Corona angesteckt hat.
Dann lässt er einen Corona-Test machen.

Ist der Test positiv?

Dann meldet der Arzt das bei den zuständigen Diensten.
Positiv bedeutet hier: Die Person hat Corona.
Der Arzt schreibt den Patienten krank.
Der Patient muss jetzt zuhause bleiben und Kontakte meiden.
Der Patient sagt dem Arzt,
mit welchen Personen er in den letzten Tagen Kontakt hatte.
Auch die Mitarbeiter vom Kontakt-Tracing erhalten Bescheid.
Wir nennen sie hier das Tracing-Team.

Das Tracing-Team ruft bei den genannten Kontakt-Personen an oder
sie gehen dort vorbei.
Natürlich nur, wenn niemand ans Telefon geht.
In dem Gespräch stellt das Tracing-Team bestimmte Fragen:

  • Sind sie gesund?

  • Mit wem haben Sie seit 2 Tagen Kontakt gehabt?

  • Oder haben Sie typische Anzeichen von Corona?

  • Mit wem haben sie seit dem Beginn der Anzeichen
    Kontakt gehabt?

Das Tracing-Team ruft die dabei genannten Personen auch an.
Sie teilen ihnen mit,
dass sie Kontakt mit einem Corona-Kranken hatten.
Diese Personen müssen ab jetzt sehr vorsichtig sein und
sich selbst gut beobachten.

Der Haus·arzt bleibt in der ganzen Zeit
für seinen Patienten der wichtigste Ansprech·partner.
Der Patient ruft ihn an,
wenn es ihm schlechter geht.
Aber auch wenn neue Anzeichen oder Symptome auftauchen.
Zum Beispiel: Durch·fall oder keinen Geruchs·sinn mehr.

Ausnahme:

Wenn der Arzt sich seiner Sache sehr sicher ist,
kann er auch direkt das Kontakt-Tracing starten.
Denn er ist überzeugt, dass sein Patient Corona hat.
Er muss dann nicht auf das Ergebnis vom Test warten.
So gewinnt er wertvolle Zeit.

Der Arzt schreibt seinen Patienten krank.
Der Patient muss dann zuhause bleiben und
Kontakte mit anderen vermeiden.
Das heißt auch Quarantäne.
Wenn er mit anderen zusammenwohnt,
müssen diese Personen auch in Quarantäne.

Ist der Test negativ?

Negativ bedeutet hier: Die Person hat kein Corona.
Wenn der Patient kein Corona hat,
gibt es kein Kontakt-Tracing.
Die Informationen über den Patienten werden bei den Diensten
direkt wieder gelöscht.

Was passiert in folgenden Fällen?

  • Die Person erinnert sich nicht mehr an alle Kontakte:
    Das ist ganz normal.
    Aber es ist wichtig, dass die Person sich Mühe gibt.
    Und dass sie so viele Personen wie möglich nennt.
    Denn so kann Corona gebremst werden.

  • Die Person möchte keine Kontakt-Personen nennen.
    Die Person bekommt dann keine Strafe.
    Die Zusammen·arbeit mit dem Tracing-Team ist freiwillig.
    Aber es ist doch besser,
    wenn die Person die Namen der anderen nennt.
    So können diese Menschen auch gewarnt werden und
    wir haben eine Chance gegen Corona.

Anzeichen von Corona sind:

  • Husten

  • Hals·schmerzen

  • Schnupfen

  • Kopf·schmerzen

  • Glieder·schmerzen

  • Fieber

  • Kurz·atmigkeit:
    Nicht gut Luft bekommen.

  • Durch·fall

  • Verlust vom Geruchs·sinn:
    Nicht mehr gut riechen können.

Welche Daten oder Angaben braucht das Tracing-Team?

Das Tracing-Team braucht nur Daten,
die für die Bekämpfung von Corona nötig sind.

Von Corona-Kranken oder wahrscheinlich Kranken brauchen sie:

  • Die National·register·nummer oder
    die Erkennungs·nummer der Sozialen Sicherheit.
    Sie ist auf der Rück·seite von ihrem Ausweis.

  • Den Vornamen und den Nachnamen

  • Das Geschlecht

  • Das Geburts·datum

  • Die Adresse

  • Informationen zum Corona-Test:

    • Welche Art Test war es? PCR oder Antikörper·test?

    • Das Datum vom Test

    • Die Nummer der Probe:
      Das getestete Blut oder anderes Material befindet sich
      in einem Behälter. Der Behälter hat eine Nummer.
      Das ist die Nummer der Probe.

    • Das Resultat vom Test: Positiv oder negativ?

    • Wenn kein Test gemacht wurde,
      muss der Arzt seinen Verdacht erklären.

  • Die LIKIV-Nummer vom Arzt.
    Das ist eine Reihe von 11 Zahlen und Punkten.
    Sie befindet sich auf den Papieren vom Arzt.

  • Die Namen der Kontakt-Personen und der Personen,
    die im Notfall angerufen werden sollen.

  • Die Namen der Personen oder Gruppen,
    mit denen die Person wohnt.

  • Arbeitet die Person in der Gesundheits·pflege?
    Ist sie zum Beispiel Kranken·pfleger oder Therapeut?

Von Kontakt-Personen von Corona-Kranken brauchen sie:

  • Die National·register·nummer oder
    die Erkennungs·nummer der Sozialen Sicherheit.
    Sie ist auf der Rück·seite von ihrem Ausweis.

  • Den Vornamen und den Nachnamen

  • Das Geschlecht

  • Das Geburts·datum

  • Die Adresse

  • Die Telefon·nummer

  • Ist die Kontakt-Person sehr gefährdet?
    Gehört sie zur Risiko-Gruppe? Ist sie alt oder krank?
    Oder ist sie eher weniger gefährdet?

  • Welche Beziehung besteht zwischen dem Patienten
    und der Kontakt-Person?

Was passiert mit diesen persönlichen Daten?

Diese Daten werden nur an einer sicheren Stelle aufbewahrt:
Beim Wissenschafts·institut „Sciensano“ in Brüssel.
Dieses Institut arbeitet für den belgischen Staat und
kümmert sich um die Gesundheit von Mensch und Tier in Belgien.
Nur das Tracing-Team kann diese Daten auch ansehen.
Kein anderes Amt oder Dienst hat Zugang zu diesen Daten.

Auch diese Dinge sind wichtig:

  • Der Name vom Corona-Kranken wird nicht weiter·gegeben.
    Auch nicht an die Kontakt-Personen.
    Der Kranke bleibt anonym.

    Die Mitarbeiter vom Tracing-Team haben Schweige·pflicht.
    Sie dürfen keine Namen nennen.

  • Die Daten gehen nicht an die Polizei oder
    einen anderen Kontroll·dienst.
    Sie werden nicht zur Prüfung der Bevölkerung genutzt.

  • Die Daten werden nach 1 Monat gelöscht.
    Wenn der Test negativ war, werden sie sofort gelöscht.

Was bedeutet für uns „Kontakt“ oder „Kontakt-Person“?

Ein Kontakt ist ein Mensch,
der vor kurzem mit einer kranken Person Kontakt hatte.
Wir unterscheiden zwischen 2 verschiedenen Gruppen Personen.

  • Kontakt-Personen mit niedrigem Risiko

  • Kontakt-Personen mit hohem Risiko

Kontakt-Personen mit niedrigem Risiko.

Das sind Menschen, die nur kurz Kontakt mit dem Kranken hatten.
Weniger als 15 Minuten lang.
Oder die dem Kranken mit genügend Abstand begegnet sind.
Der Abstand zwischen ihnen war mindestens 1,5m.
Zum Beispiel im Super·markt.

Kontakt-Personen mit niedrigem Risiko
müssen nicht zuhause bleiben.
Aber es ist sicherer,
wenn sie zuhause für ihren Arbeit·geber arbeiten können.
Das heißt dann Home·office.
Das ist Englisch und bedeutet etwa: Mein Büro zu Hause.
Wenn sie nicht zuhause arbeiten können,
sollen sie an ihrem Arbeits·platz eine Schutz·maske tragen.

Diese Kontakt-Personen sollen sehr vorsichtig sein und:

  • in den nächsten 2 Wochen besonders
    auf den Sicherheits·abstand von 1,5m achten.

  • so wenig Kontakte wie möglich haben.

  • sehr genau die Hygiene-Regeln beachten.

  • immer eine Schutz·maske tragen.

  • den Haus·arzt bei Husten oder Fieber sofort anrufen.

Kontakt-Personen mit hohem Risiko.

Das sind Menschen, die lange Kontakt mit dem Kranken hatten.
Mehr als 15 Minuten.
Oder die dem Kranken sehr nahe gekommen sind.
Der Abstand zwischen ihnen war weniger als 1,5m.
Zum Beispiel ein Mit·bewohner oder ein Arbeits·kollege.

Diese Kontakt-Person muss für 14 Tage zuhause bleiben.
Das heißt auch Isolation oder Quarantäne.
Sie darf nur in dringenden Fällen das Haus verlassen.
Zum Beispiel zum Einkaufen oder für einen Besuch beim Arzt.
Dabei muss die Person ihre Schutz·maske tragen und
auf den Sicherheits·abstand achten.
Alle Hygiene-Regeln muss die Person genau befolgen.

Und was bedeutet nochmal Quarantäne?

Für einen Corona-Kranken bedeutet Quarantäne:

  • Zuhause bleiben.

  • Das Haus nicht verlassen. Auch nicht zum Einkaufen.
    Eine andere Person macht die Einkäufe.

  • Der Kranke darf in den Garten oder auf den Balkon.
    Er darf auch seinen Brief·kasten leer machen.

  • Keine Kontakte zu Menschen mit hoher Gefährdung.
    Das sind alte Menschen oder bereits kranke Menschen.

  • Kontakte zu Mit·bewohnern vermeiden.
    Allein essen und schlafen.

  • Seinen Wohn·raum regelmäßig lüften.

Für eine Kontakt-Person mit hohem Risiko bedeutet Quarantäne:

  • Etwa 14 Tage zuhause bleiben.

  • Das Haus nur verlassen, wenn es nötig ist.
    Zum Beispiel zum Einkaufen oder für den Besuch beim Arzt.
    Dabei muss die Person die Schutz·maske tragen und
    auf den Sicherheits·abstand achten.
    Sie soll Kontakte dort zu anderen vermeiden.

  • Keinen Besuch zuhause bekommen.

  • Den Haus·arzt bei Anzeichen von Krank·heit sofort anrufen.

  • Wenn die Person einen Beruf in der Gesundheits·pflege hat,
    darf sie vielleicht weiter·arbeiten.
    Das geht aber nur,
    wenn die Person besondere Schutz·kleidung trägt.
    Die Gesund·heit der Patienten darf nicht darunter leiden.

Sie leben mit einer erkrankten Person zusammen? Was müssen Sie jetzt beachten?

Sie müssen jetzt 14 Tage zuhause in Quarantäne leben.
Auch wenn Sie noch keine Anzeichen von Krank·heit haben.
Diese Anzeichen können noch kommen.

Das bedeutet auch, dass

  • Sie das Haus nur verlassen, wenn es nötig ist.
    Zum Beispiel zum Einkaufen oder für den Besuch beim Arzt.
    Dabei müssen Sie die Schutz·maske tragen und
    auf den Sicherheits·abstand achten.
    Sie vermeiden dort Kontakte zu anderen.

  • Sie gut auf sich aufpassen müssen.
    Messen Sie 2mal am Tag sich selbst die Temperatur.
    Wenn Sie Anzeichen von Krank·heit haben,
    rufen Sie sofort Ihren Arzt an.

Hier noch mal Tipps für ein gute Hygiene

Diese Tipps sind für die kranke Person wichtig aber
auch für die Mit·bewohner.

  • Wenn Sie husten, bedecken Sie Nase und Mund.
    Oder Sie niesen in Ihre Arm·beuge.

  • Wenn Sie nur eine Toilette in der Wohnung haben,
    muss diese jedes Mal desinfiziert werden.
    Desinfizieren bedeutet:
    Die Toilette mit einem starken Reinigungs·mittel putzen.
    Zum Beispiel Dettol oder Javel.
    Wenn es möglich ist, nutzt der Kranke ein eigenes Bad.

  • Die kranke Person schläft allein in einem Zimmer.

  • Waschen Sie sich regel·mäßig die Hände mit Seife.
    Trocknen Sie sich die Hände mit Ihrem eigenen Hand·tuch.
    Also ein Hand·tuch pro Person.

  • Sie haben was im Gesicht?
    Sie waschen sich zuerst die Hände.
    Dann erst berühren Sie ihr Gesicht.

  • Die kranke Person isst allein und
    nutzt eigene Teller und Besteck

  • Reinigen Sie jeden Tag alle Ober·flächen
    mit folgender Mischung:
    40 ml Chlor in 1 Liter Wasser.
    Die Ober·flächen sind zum Beispiel

    • Tisch

    • Nacht·tisch

    • Tür·griffe

    • Klobrille

    • Boden

    • Smart·phone