Sexuell übertragbare Infektion
Wenn man sich durch Geschlechtsverkehr mit einer Krankheit ansteckt, handelt es sich um eine sexuell übertragbare Infektion. Die offizielle, allgemein gebräuchliche Abkürzung lautet STI - auf Englisch "sexually transmitted infection".
Prinzipiell verursachen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten sexuell übertragbare Infektionen (STI). In erster Linie erfolgt die Ansteckung, wenn man OHNE Kondom - vaginal, anal und oral - Sex hat.
Einige STI können auch übertragen werden:
-
durch Hautkontakt beim Geschlechtsverkehr
- von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft und Entbindung
- über das Blut (injizierte Drogen, Transplantationen)
STI können bedeutende Folgen für die Gesundheit haben (Entzündungen, Schmerzen, Unfruchtbarkeit, Gebärmutterhalskrebs, ...). Sie sind unabhängig von Alter, Geschlecht oder sexueller Orientierung.
Verhalten, die die Übertragung von STI fördern:
Die Übertragung von STI ist hauptsächlich auf bestimmte Verhaltensweisen zurückzuführen:
- Geschlechtsverkehr ohne Kondom
- Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner
Safer Sex ist der beste Weg, um sich vor sexuell übertragbaren Infektionen zu schützen. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Arzt, Gynäkologen, Urologen, Haut- oder Kinderarzt. Jugendliche können sich jederzeit vertraulich an die Kaleido-Mitarbeiter ihrer Schule wenden.
Häufigste Diagnosen
Zu den geläufigsten Krankheitserregern zählen:
Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, Gynäkologen, Urologen oder Kinderarzt. Kinder und Jugendliche in der Schule können sich vertraulich an die Mitarbeiter von Kaleido wenden.
Anzeichen
Wenn Sie eines der folgenden Anzeichen feststellen, lassen Sie sich ärztlich untersuchen:
- Fieber, geschwollene Lymphknoten
- Schmerzen im Becken oder im Intimbereich, zum Beispiel während oder nach dem Geschlechtsverkehr
- Schmerzen an Mund, Scheide, Eichel, Penis oder After
- ungewöhnliche Absonderungen aus Scheide, Penis oder After
- Rötung, Brennen oder Jucken im Intimbereich
- Bläschen, Wunden, Pickel oder Warzen im Intimbereich oder in anderen Bereichen mit Schleimhaut, z.B. im Mund
- Brennen beim Wasserlassen
Wichtig: Sexuell übertragbare Infektionen treten auch OHNE Anzeichen auf
Sie können sich mit einer STI anstecken, ohne Beschwerden zu empfinden. Gleichzeitig können Sie dann die Infektion beim Geschlechtsverkehr übertragen. Auch Infektionen ohne Krankheitsanzeichen können Folgeschäden verursachen. Wenn Sie zweifeln, ist es wichtig, sich testen und gegebenenfalls behandeln zu lassen.
Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, Gynäkologen, Urologen oder Kinderarzt. Kinder und Jugendliche in der Schule können sich an die Mitarbeiter von Kaleido wenden.
Früherkennung
Die meisten sexuell übertragbaren Infektionen (STI) verlaufen ohne Anzeichen. Die Ansteckung kann also unbemerkt im Körper bleiben und beim Geschlechtsverkehr weitergegeben werden.
Je früher eine Infektion festgestellt werden kann, desto schneller kann man sie behandeln und die Ansteckung anderer Personen stoppen.
Wenn Sie an einer sexuell übertragbaren Infektion leiden:
- Informieren Sie alle Menschen, mit denen Sie intim waren. Diese sollten ebenfalls testen und ggf. behandeln lassen.
- Befolgen Sie die Anweisungen für die Behandlung.
Eine Infektion ohne Behandlung kann zu teils schweren Folgeschäden führen, wie zum Beispiel Unfruchtbarkeit (Chlamydien) oder Gebärmutterhalskrebs (Humane Papilloma Viren).
Wussten Sie, dass …?
Ein Test auf die häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen kann mit wenig Aufwand durchgeführt werden. Meist wird das Blut oder der Urin getestet. Ein Bluttest auf HIV-, Syphilis- und Hepatitis-B wird zum Beispiel routinemäßig für schwangere Frauen in Belgien empfohlen. Auch ein Test auf Chlamydien und Gonorrhö ist problemlos möglich. Im Falle einer STI wird dem Patienten (auch schwangeren Frauen) eine angepasste Antibiotikabehandlung verordnet. So kann der Erreger frühzeitig bekämpft werden und Folgeschäden werden ausgeschlossen.
Wann sollten Sie einen Früherkennungstest machen?
- wenn Sie Anzeichen entdecken
- wenn Sie in einer festen Beziehung sind und keine Kondome mehr nutzen wollen
- wenn Sie Geschlechtsverkehr ohne Kondom hatten und insbesondere wenn Ihr(e) Sexualpartner(in) Symptome einer Geschlechtskrankheit gezeigt hat
- wenn Sie schwanger sind oder planen, schwanger zu werden
Wo können Sie einen Früherkennungstest machen?
- Allgemeinmediziner
- Urologen
- Gynäkologen
- Hautarzt
- AIDS-Referenzentrum,"Centre de Référence SIDA" (französischsprachig) in Lüttich
- AIDS-Hilfe Aachen
- Gesundheitsamt Aachen
Fachkräfte beraten Sie, um festzulegen, welcher Test in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Wussten Sie, dass …?
HIV (Immune Deficiency Virus) mittlerweile mit den richtigen Medikamenten so kontrolliert werden kann, dass die infizierte Person nicht mehr ansteckend ist und eine ähnliche Lebenserwartung hat wie nicht infizierte Personen? Eine Infektion mit HIV bleibt trotzdem eine lebenslange Erkrankung, die das Immunsystem ohne Behandlung vollständig lahmlegt. Infektionen, die häufig zusammen mit HIV festgestellt werden, sind Syphilis und Gonorrhö.
Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Arzt. Jugendliche können sich jederzeit vertraulich an die Kaleido-Mitarbeiter ihrer Schule wenden.
Risiken und Gefahren von sexuell übertragbaren Infektionen (STI)
Geschlechtskrankheiten sind nicht nur unangenehm, sondern können auch gefährlich werden. Neben starken Beschwerden können sie beispielsweise zu Unfruchtbarkeit führen, dem ungeborenen Kind schädigen oder Krebserkrankungen auslösen.
Erhöhtes Ansteckungsrisiko
Bei Geschlechtsverkehr ohne Kondom riskieren Sie nicht nur die Ansteckung mit behandelbaren Erregern:
- Das Herpesvirus bleibt lebenslang im Körper und verursacht immer wieder schmerzhafte Ausbrüche.
- Für HIV gibt es keine endgültige Heilung. Es ist nur möglich, das Virus einzudämmen, indem man lebenslang Medikamente einnimmt. Ohne diese Medikamente verläuft die Ansteckung tödlich. HIV geht sehr häufig mit Gonorrhö und Syphilis einher. STI, die Geschwüre bilden (Syphilis, genitaler Herpes oder Ulcus molle), können das Risiko für eine Ansteckung mit HIV verdreifachen, weil solche Geschwüre eine Eintrittspforte für Erreger sind.
- Die Ansteckung mit Humanen Papillomaviren (HPV) verläuft oft gänzlich ohne Symptome. Bestimmte Unterarten des Virus verursachen aber zu einem späteren Zeitpunkt Gebärmutterhalskrebs. Die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs sind auf eine Infektion mit HPV zurückzuführen.
Von der Mutter auf das Kind
Eine Infektion kann während der Schwangerschaft und der Entbindung auf den Säugling übergehen und zu schweren Komplikationen führen. Je nach Erreger können diese unterschiedlich sein. Es kann zu Entzündungen beim Neugeborenen kommen, aber auch zu Entwicklungsverzögerungen, Früh- oder Fehlgeburten. In Belgien werden Schwangere beim Gynäkologen auf die wichtigsten STI getestet, um frühzeitig eine Behandlung starten zu können.
Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Gynäkologen.
Schutz vor STI
- Safer Sex schützt Ihre eigene Gesundheit und die Ihres Partners. Ziel ist es, den Austausch von eventuell ansteckenden Körperflüssigkeiten zu vermeiden. Dazu zählen z. B. (Menstruations-)Blut, Speichel, Sperma oder Scheidenflüssigkeit. Diese Flüssigkeiten können Krankheitserreger enthalten – und u. a. bei Schleimhautkontakt übertragen werden. Unter Safer Sex versteht man Maßnahmen, die das Risiko einer Übertragung von STI verringern. Dazu gehört, beispielsweise ein Kondom, Femidom oder Lecktuch zu nutzen. Es ist auch möglich, vorsorglich ein Medikament – die sogenannte Präexpositionsprophylaxe – zum Schutz vor HIV-Infektionen einzunehmen. Auch Körperhygiene ist wichtig.
- Im Zweifelsfall sollten Sie einen Früherkennungstest durchführen lassen.
- Infektionen sollten Sie rechtzeitig behandeln lassen. So vermeiden Sie, dass sich Ihr(e) Partner ansteckt.
- Sie sollten sich gegen HPV (Humane Papillomaviren) und Hepatitis B impfen lassen.
Diese Maßnahmen zu kombinieren, ist der beste Weg, sich vor einer Ansteckung zu schützen.
Im Falle einer Infektion ist es wichtig, dass Sie sich behandeln lassen. Außerdem müssen Sie Ihr(e) Sexualpartner(in) informieren, damit diese(r) selbst auch einen Früherkennungstest durchführen und sich gegebenenfalls behandeln lassen kann/können.
Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Arzt, Gynäkologen, Urologen, Hautarzt oder Kinderarzt. Jugendliche können sich jederzeit vertraulich an die Kaleido-Mitarbeiter ihrer Schule wenden.
Behandlung
Behandlung von STI ist wichtig.
- Bakterielle Infektionen werden mit Antibiotika behandelt.
- Gegen Viren wie Genitalherpes, HPV- und HIV-Infektionen oder Hepatitis B gibt es antivirale Medikamente, die Krankheitsanzeichen und Folgen lindern können. Auch wenn Viren oft lebenslang im Körper verbleiben und nicht durch Medikamente eliminiert werden können, hilft es sich medizinisch beraten zu lassen. So kann man die Krankheit und die zugehörige Behandlung selbst weitestehend managen.
- Gegen Pilze helfen Antimykotika in Form von Salben, Zäpfchen oder Tabletten.
- Auch Parasiten-Erkrankungen wie Krätze oder Filzläuse lassen sich mit den geeigneten Medikamenten behandeln. Hierzu zählen Salben, Lotionen oder Tabletten.