Darmkrebs frühzeitig erkennen
Nach Prostata- und Lungenkrebs ist Darmkrebs bei Männern und nach Brustkrebs bei Frauen die häufigste Krebserkrankung in Belgien. Wie das Früherkennungs-Programm in Ostbelgien aussieht und was Sie sonst noch unternehmen können, erfahren Sie hier.
Wie entsteht Darmkrebs?
Meistens entwickelt sich Darmkrebs aus gutartigen Wucherungen der Schleimhaut, so genannten Polypen. Es kann Jahre dauern, bis aus den Polypen Darmkrebs entsteht. Deshalb bleibt seine Entstehung oft unbemerkt.
Wer ist am meisten betroffen und welche Risikofaktoren gibt es?
Die meisten Menschen, die an Darmkrebs erkranken, sind älter als 50 Jahre. Zudem gibt es bestimmte Faktoren, die das Risiko für Darmkrebs erhöhen:
- die erbliche Veranlagung, Darmkrebs bei nahen Verwandten
- chronische und entzündliche Darmerkrankungen
- Übergewicht
- Rauchen
Personen mit erhöhtem Risiko können in früheren Jahren erkranken und sollten das Risiko mit ihrem Arzt besprechen, um eine individuelle Risikoanalyse und Früherkennungsuntersuchungen festzulegen.
Tatsächlich ist Darmkrebs nach Prostata- und Lungenkrebs (bei Männern) und Brustkrebs (bei Frauen) die häufigste Krebserkrankung in Belgien
Wie bemerke ich, dass ich vielleicht Darmkrebs habe?
Darmkrebs entsteht schleichend, mögliche Warnsignale sind:
- verändertes Stuhlaussehen – Blut im Stuhl
- veränderte Stuhlgewohnheiten
- anhaltende Bauchschmerzen
- unklarer Gewichtsverlust
Diese Beschwerden können auch eine andere Ursache als Krebs haben. Sie sollten jedoch von einem Arzt abgeklärt werden.
Was kann ich tun?
Einen Schutz vor Darmkrebs gibt es leider nicht. Es gibt aber Möglichkeiten, das persönliche Krebsrisiko zu senken.
Gesunder Lebensstil
Sie erhöhen Ihre Chancen, gesund zu bleiben, durch
- eine ausgewogene Ernährung
- einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol
- und regelmäßige Bewegung
Früherkennungsuntersuchung
Machen Sie alle zwei Jahre den Früherkennungstest.
An wen richtet sich die Darmkrebsfrüherkennung?
Die Initiative richtet sich an alle Personen zwischen 50 und 74 Jahren:
- die eine belgische Nationalregisternummer besitzen
- die in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnhaft sind
Folgende Personen erhalten keine Einladung, da sie sich schon in ärztlicher Überwachung befinden oder schon spezifische Untersuchungen hatten:
- Personen, die eine spezifische Darmvorerkrankung haben und/oder sich diesbezüglich in ärztlicher Behandlung befinden
- Personen, die in den letzten 5 Jahren eine Darmspiegelung (Koloskopie) erhalten haben
Der Test ist kostenlos.
Welche Testmethoden nutzt man in Belgien, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen?
In Belgien testet man eine Person auf nicht sichtbares Blut (okkultes Blut) im Stuhl, also Blut, das mit bloßem Auge nicht immer sichtbar ist. Internationale Studien belegen, dass neben der Darmspiegelung, dieser "iFOBT"-Test eine der effektivsten Untersuchungen zur Früherkennung ist.
Das Blut kann von einem Polypen oder einem Tumor im Darm stammen. Der Test kann zu Hause durchgeführt werden und ist einfach und effizient.
In den allermeisten Fällen ist das Testergebnis negativ: Es wird kein Blut gefunden. Dennoch ist es wichtig, den Test regelmäßig zu machen, damit Veränderungen rechtzeitig festgestellt und behandelt werden können.
Wie funktioniert der Selbsttest?
Sie erhalten per Post eine Einladung, um am Früherkennungsprogramm teilzunehmen. Den Test selbst erhalten Sie gegen Vorlage dieses Schreibens bei
- Ihrem Hausarzt
- Ihrer Apotheke
Oder Sie fragen den Test online beim Referenzzentrum für Krebsfrüherkennung (CCR) an.
Der Test ist einfach und schnell zu Hause durchzuführen. Es ist wichtig, dass der Test schnell durchgeführt wird, da seine Gültigkeit zeitlich begrenzt ist. Außerdem sollte die Stuhlprobe außerhalb von Hämorrhoidalblutungen gemacht werden.
Nachdem Sie die Stuhlprobe entnommen haben, überprüfen Sie alle Angaben auf dem Identifikationsdokument. Beides legen Sie in dem beigefügten vor-adressierten Umschlag und versenden ihn unfrankiert mit der Post.
Das CCR wertet die Stuhlprobe aus. Das Ergebnis wird Ihrem Hausarzt innerhalb von sieben Arbeitstagen zugestellt.
Haben Sie den Test bereits in der Vergangenheit gemacht, wird Ihnen automatisch alle zwei Jahre ein Test direkt nach Hause geschickt.
Um das Früherkennungsprogramm umzusetzen, hat die Deutschsprachige Gemeinschaft einen Vertrag mit dem Gemeinschaftsreferenzzentrum für Krebsfrüherkennung, dem CCR, geschlossen. Das CCR versendet die Einladungen und wertet die Untersuchungen aus.
Was passiert, wenn das Testergebnis positiv ist?
Wenn sich Blut im Stuhl befindet, muss nicht gleich Krebs vorliegen: Nur in wenigen Fällen finden die Ärzte durch weitere Untersuchungen tatsächlich einen bösartigen Tumor. In den meisten Fällen hat die Blutung andere Ursachen, z. B. Polypen im Darm oder Hämorrhoiden.
Um herauszufinden, woher das Blut stammt, wird anschließend meistens eine Darmspiegelung gemacht.