Brustkrebs frühzeitig erkennen

Brustkrebs ist die am häufigsten vorkommende Krebsart bei Frauen. Wie das Früherkennungsprogramm in Ostbelgien aussieht und was Sie sonst noch unternehmen können, erfahren Sie hier.

Warum ist die Früherkennung wichtig?

Die Brustkrebsfrüherkennung ist eine systematische Vorsorge-Untersuchung zur Erkennung von Brustkrebs. Sie spielt eine große Rolle im Kampf gegen Brustkrebs, denn sie kann den Krebs in einem frühen Stadium erkennen. In vielen Fällen sind die notwendigen Therapien dann weniger belastend und die Heilungschancen größer.

Die fünf-Jahres-Überlebensrate von Brustkrebspatientinnen in Belgien steigt von Jahr zu Jahr und liegt mittlerweile bei über 90 Prozent. Dieser Anstieg ist unter anderem auf Fortschritte in der Früherkennung zurückzuführen.

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen

Brustkrebs ist eines der größten Gesundheitsprobleme in Belgien. Jede achte Frau ist von der Krebsart betroffen. Sie macht ein Drittel aller weiblichen Krebsdiagnosen aus und ist somit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Über 80 Prozent der von Brustkrebs betroffenen Frauen sind 50 Jahre und älter.

Aus diesem Grund unterstützt die Deutschsprachige Gemeinschaft das belgische Programm zur Früherkennung von Brustkrebs, bei dem alle Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre einen kostenlosen Mammotest machen können.

Was ist ein Mammotest?

Der Mammotest ist eine Röntgenaufnahme der Brust (Mammografie) mit Doppelbefundung. Nur anerkannte Mammografie-Zentren dürfen den Mammotest durchführen. Sie müssen bestimmte Qualitätsnormen bezüglich der verwendeten Geräte und der Röntgenaufnahmen einhalten. So ermöglichen sie die besten Aufnahmen mit der geringstmöglichen Strahlendosis.

Doppelbefundung

Beim Mammotest findet außerdem eine Doppelbefundung statt. Das heißt, zwei Radiologen bewerten unabhängig voneinander die Röntgenbilder. Dabei kennt der zweite Radiologe nicht den Befund des ersten. Das verbessert die Qualität der Untersuchung und verringert das Fehlerrisiko. 

Falls die beiden Radiologen nicht denselben Befund aussprechen, wird die Meinung eines dritten Radiologen eingeholt. 

Vorteile des Mammotests

  • kleine Tumore in der Brust erkennen, die noch nicht tastbar sind. In vielen Fällen sind die notwendigen Therapien dann weniger belastend und die Heilungschancen größer.
  • geringeres Risiko eines falschen Ergebnisses durch die Doppelbefundung
  • Hinweise auf Krebs erkennen, die bei der ersten Begutachtung eventuell  übersehen wurden (1 von 10 Fällen)
  • unnötige Zusatzuntersuchungen vermeiden
  • zusätzliche Untersuchungen, nur wenn beide Radiologen das empfehlen

Früherkennungsprogramm in Ostbelgien

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft können alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre einen kostenlosen Mammotest durchführen lassen. Ausgeschlossen sind Frauen, die sich bereits in ärztlicher Behandlung für Brustkrebs befinden. Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm organisiert die Deutschsprachige Gemeinschaft zusammen mit dem Koordinations- und Referenzzentrum für Krebsvorsorge (Centre de Coordination et de Référence pour le dépistage des cancers, CCRef).

Einladung erhalten

Sie erhalten systematisch alle zwei Jahre eine Einladung durch das Koordinations- und Referenzzentrum für Krebsvorsorge (CCRef), wenn Sie

  • zwischen 50 und 69 Jahre alt,
  • in Belgien krankenversichert und
  • wohnhaft in der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind.

Termin vereinbaren

Gegen Vorlage dieses Einladungsschreibens können Sie in einer der folgenden anerkannten Mammografie-Einheiten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft einen Termin für Ihren Mammotest vereinbaren: 

  • St. Nikolaus-Hospital in Eupen 
  • St. Josef Klinik in St. Vith 

Wann ist der beste Zeitpunkt?

 

Vereinbaren Sie idealerweise Ihren Termin in den ersten Tagen nach Ihrer Periode. Der Mammotest kann zwar jederzeit durchgeführt werden und die Erkennbarkeit ist auch während des gesamten Zyklus dieselbe. Allerdings ist die Schmerzempfindlichkeit der Brust vor der Periode höher als danach.

Am Tag der Untersuchung

Bitte bringen Sie mit: 

  • Einladungsschreiben für den Mammotest 
  • Personalausweis
  • Kontaktdaten Ihres Hausarztes oder Ihrer Gynäkologin 
  • ggf. ältere Mammografie-Aufnahmen

Wie soll ich zum Test erscheinen?

  • Verzichten Sie auf Deo und Kosmetika im Bereich der Brust und Achselhöhlen.
  • Bedenken Sie bei Ihrer Kleiderwahl, dass Sie für die Untersuchung den Oberkörper frei machen müssen. 

Der Mammotest

Die Röntgenaufnahme der Brust dauert maximal zehn Minuten und wird von einer Fachfrau durchgeführt. Die Aufnahmen jeder Brust werden mit niedrigdosierter Röntgenstrahlung aus zwei verschiedenen Richtungen angefertigt. Dabei wird die Brust zwischen zwei Plexiglasplatten möglichst flach zusammengedrückt. Das kann unangenehm sein, ist aber ausschlaggebend für eine hochwertige Aufnahme.

Der Radiologe wertet die Aufnahme aus und leitet sie zur zweiten Befundung an den Radiologen des CCRef weiter. 

Nach dem Test: das Ergebnis

Das Untersuchungsergebnis wird Ihrer Hausärztin oder Ihrem Gynäkologen innerhalb einer Woche zugestellt. Bitte kontaktieren Sie Ihren Arzt nach Ablauf dieser Frist.

Es gibt zwei mögliche Resultate:

  • Mammotest negativ: Es sind keine weiteren Untersuchungen nötig, die Brüste sind gesund.
  • Mammotest positiv: Es sind zusätzliche Untersuchungen nötig, um die Gesundheit der Brüste zu überprüfen. 

Ihr Test ist positiv

Bei circa 10 Prozent der Frauen ist der Mammotest positiv. In diesem Falle wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin weitere Untersuchungen verordnen. Sehr oft reicht ein Ultraschall aus, um festzustellen, dass Sie keinen Krebs haben. Denn in 19 von 20 Fällen ist ein positiver Mammotest kein Krebs. 

Bei 1 von 20 positiven Mammotest handelt es sich um Krebs. Hier hat das Screening geholfen, den Krebs früh zu erkennen. Die Behandlung ist dadurch effektiver, leichter erträglich und die Heilungschancen sind deutlich besser.

Grenzen des Mammotests

Der Mammotest ist ein wirksames Instrument zur Früherkennung von Brustkrebs. Er hat aber auch seine Grenzen:

  • In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass bei einer Mammografie kein Krebs erkannt wird, obwohl sich bereits ein Tumor entwickelt hat. Hier spricht man von einem falsch-negativen Befund. 
  • Bei einzelnen Frauen mit auffälligem Befund stellt sich bei weiteren Untersuchungen heraus, dass es sich um eine gutartige Veränderung handelt. Das nennt man falsch-positiver Befund. Die Untersuchungen und die Ungewissheit können für die betroffene Frau belastend sein.
  • Beim Mammotest können auch Tumore entdeckt werden, die wenig aggressiv sind und vielleicht nie Beschwerden bereiten würden. Es ist nicht immer möglich vorauszusagen, wie sich Tumore ohne Behandlung weiterentwickeln. Das bedeutet, dass eine gesunde Frau eventuell eine belastende Behandlung durchläuft, die sich später als unnötig herausstellt

Welche Risikofaktoren für Brustkrebs gibt es?

Manche Aspekte liegen außerhalb Ihres Handlungsspielraums. Hingegen andere sind eng mit Ihrem persönlichen Lebensstil verbunden, diese Risikofaktoren lassen sich oft vermeiden oder zumindest reduzieren.

Nicht beeinflussbar

  • Ein Risikofaktor ist das Alter. Mit zunehmendem Alter steigt Ihr Erkrankungsrisiko. Vier von fünf Brustkrebspatientinnen sind bei der Diagnose über 50 Jahre alt.
  • Auch die Familiengeschichte spielt eine wichtige Rolle. Wenn Ihre Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt ist, haben Sie ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Beeinflussbar

  • Kombinations-Hormontherapien wie etwa bei Wechseljahrbeschwerden können das Brustkrebsrisiko erhöhen. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
  • Wenn Sie nach der Menopause übergewichtig sind oder werden, haben Sie erhöhtes Brustkrebsrisiko, begünstigt durch die Östrogenablagerungen im Fettgewebe.
  • Auch Alkohol erhöht das Brustkrebsrisiko.

Was kann ich selbst tun?

Einen Schutz vor Brustkrebs gibt es leider nicht. Es gibt aber Möglichkeiten, dass Sie Ihr persönliches Krebsrisiko senken.

Brustkrebsfrüherkennung

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft erkrankt etwa jede zehnte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Belgienweit ist Brustkrebs sogar mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nehmen Sie am Programm zur Brustkrebs-Früherkennung teil! Es ist freiwillig und kostenlos für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Experten empfehlen den sogenannten Mammotest als beste Methode, um Brustkrebs frühzeitig zu entdecken.

Selbstuntersuchung der Brust

Von Ihrem Arzt können Sie sich zeigen lassen, wie Sie Ihre Brust selbst abtasten. Dadurch können Sie ein besseres Gefühl für Ihre Brust entwickeln und bemerken Veränderungen möglicherweise früher.

Bei Beschwerden zum Arzt

Gehen Sie in folgenden Fällen zum Hausarzt oder Gynäkologen!

  • Hautrötungen, die nicht verschwinden
  • neu entstandene Dellen oder Formveränderungen
  • Flüssigkeitsabsonderung, Einziehungen oder andere Veränderungen der Brustwarze
  • Verhärtungen („Knoten“) in der Brust

Gesunder Lebensstil

Mit einem gesunden Lebensstil senken Sie das Krebsrisiko. Darauf sollten Sie achten:

  • Ihr Körpergewicht
  • genügend Bewegung
  • verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol
  • gesunde und ausgewogene Ernährung
  • Rauchen vermeiden